Nachhaltige Wolle von glücklichen Alpakas

Baby Boots und Kuscheltiere aus fair gehandelter, nachhaltiger Wolle! Ist Perus Alpakawolle fair für Hirten und Tiere? Wir haben im Frauenmagazin Brigitte eine wunderbare Reportage entdeckt, in der unsere peruanischen Wolllieferanten vorgestellt werden. Erfahrt, wie nachhaltige Tierhaltung in Peru aussieht.

Nachhaltige Wolle, was bedeutet dies für Hirte und Alpaka?

Kennt ihr das? Ihr macht euch gerade intensiv über etwas Gedanken, stellt euch Fragen, auf die ihr Antworten sucht und plötzlich wird euch die Antwort wie auf einem Silbertablett präsentiert, ganz ohne eigenen Zutun. In solchen Momenten wir mir wieder bewusst, dass auf unserem Planeten alles miteinander verbunden ist, es eine Antwort auf jede Frage gibt und uns die richtigen Menschen begegnen, genau in dem Moment, in dem wir sie brauchen. Nun ja, zumindest solange wir mit wachsamen Augen durch die Welt gehen.

Vor einigen Wochen stieg ich in den Zug in Richtung Frankreich, um mich mit unserer Modedesignerin Telma zu treffen. Ich liebe lange Zugfahrten, denn sie bieten Raum zum Nachdenken und Ausruhen. Ein Thema, das mich schon eine ganze Weile beschäftigte, spukte mir auch während meiner kleinen Reise durch den Kopf. Wie unseren Kunden erklären, wo unsere Alpakawolle herkommt, wie sie gewonnen wird und warum hierbei nur selten jemand wirklich zu Schaden kommt?

Artgerechte Tierhaltung? | Wolle von glücklichen Alpakas

Der kostbare Rohstoff Wolle ist umstritten bei Tierliebhabern und Tabu bei vegan lebenden Menschen. Auch ich bin ein großer Tierfreund und lebe seit nun mehr als 20 Jahren fleischlos. Meine eigene Lebensweise entwickelt sich zunehmend in Richtung vegan, dennoch möchte ich auf tierische Produkte bisher nicht vollends verzichten. Jedoch ist es mir wichtig, dass durch mein Konsumverhalten, kein Tier zu Schaden kommt. Immer kann ich mir dessen leider nicht sicher sein. Doch in einem Bereich habe ich dies in meinen Händen: bei all jenen Produkten, die wir selbst herstellen bzw. herstellen lassen.

Mulesing | Keine Gefahr für Alpakas in Peru

Vielen Menschen sind zurecht skeptisch gegenüber Wollprodukten, hört, liest und sieht man immer wieder Berichte und Reportagen über die tierunwürdige Haltung von Merinoschafen in Australien, dem größten Wolllieferanten weltweit. Mulesing ist Tierschützern ein geläufiger Begriff. Um dem Befall von Fliegenmaden entgegenzuwirken, werden Hautfalten im Genitalbereich der Jungtiere meist ohne Betäubung abgeschnitten. Mehr möchte ich hier nichts ins Details gehen, zum einen, weil ich keine Expertin in diesem Bereich bin, zum anderen, weil es mir wirklich an die Nieren geht, wenn ich Bilder dazu sehe oder entsprechende Berichte lese. Wer mehr über die Haltung von Merinoschafen erfahren möchte, dem empfehle ich folgenden Blogbeitrag: Merinowolle – Naturfaser mit Tücken

In Peru wird kein Mulesing betrieben und selbst wenn es keine Garantie dafür gibt, dass bei der Schur jedes Tier unbeschadet bleibt, so wagen wir doch zu behaupten, dass insbesondere unsere Wolllieferanten auf das Wohl der Tiere achten. Alpakawolle ist sehr wertvoll, ist sie doch herrlich atmungsaktiv und temperaturausgleichend. Auch weiß man, dass nur gesunde Tiere wirklich gute nachhaltige Wolle liefern können. In Peru leben die Menschen seit jeher mit Alpakas und Vikunjas, ja, Peru ohne die flauschige Lama-Art wäre geradezu undenkbar. Alpakas befinden sich in Peru in ihrem natürlichen Lebensraum, wurden also nicht importiert, wie dies bei den Merinoschafen in Australien der Fall ist. Sie fügen sich also perfekt in die klimatischen Bedingungen des Andenstaates ein und müssen nicht gegen fremdartige Schädlinge kämpfen, die häufig auftreten, wenn der gewohnte Lebensraum durch einen nicht artgerechten eingetauscht wird.

Brigitte Reportage macht Perus Alpakazucht transparent

Nun aber zurück zu meiner Begegnung im Zug nach Frankreich. Ich grübelte also, wie ich diese Lücke an Transparenz zur Gewinnung unserer Alpakawolle für unsere Kunden schließen könnte. Gute Fotos bräuchten wir und Interviews mit den Hütern „unserer Alpakas“. Doch würden wir so schnell nicht die Gelegenheit haben, eigene Aufnahmen zu machen, da unser Miguel noch zu klein ist für Reisen in das peruanische Hochland. Da nimmt plötzlich eine Frau direkt mir gegenüber Platz und breitet drei Zeitschriften vor sich aus. Gelangweilt blättert sie die Magazine durch. Ich folge den Seiten mit meinem Blick, bis ich ganz überraschend Bilder von Alpakas entdecke. Ich sage nichts, warte ab. Schon bald erhebt sich die Frau wieder, packt ihren Koffer und verschwindet tonlos. Die Zeitschriften lässt sie achtlos liegen.

Als ich sie aussteigen sehe, öffne ich gespannt die Ausgabe der Brigitte, in der ich die Alpakas entdeckt hatte. Und siehe da, in einem mehrseitigen Bericht wird die Alpakazucht in Peru vorgestellt; konkreter noch, die Alpakazucht unserer Wolllieferanten (Inca Tops u. Mitchell Group). Ohne nun noch mehr Worte zu verlieren, möchte ich euch dazu anhalten, bei einer gemütlichen Tasse Tee diese spannende Reportage zu lesen. Und keine Angst, ihr werdet euren Tee ohne Schauergeschichten über tierquälerische Praktiken genießen können.

Hier könnt ihr die Reportage online lesen und/oder ausdrucken: Wolle aus dem obersten Regal (Quelle: Brigitte.de 23/2015)

Danke an die Redaktion von Brigitte.de, dass wir diesen wertvollen Beitrag auf unserem Blog teilen dürfen.

Die Wolle von Carlito und seinen Kameraden findet ihr bei Mama Ocllo übrigens in den liebevoll gefertigten Baby Boots sowie in einem Teil unserer Kuscheltiere.

Wolle aus dem obersten Regal - Brigitte 2015 - Nachhaltige Wolle (1)
Wolle aus dem obersten Regal - Brigitte 2015 - Nachhaltige Wolle (2)
Wolle aus dem obersten Regal - Brigitte 2015 - Nachhaltige Wolle (3)
Wolle aus dem obersten Regal - Brigitte 2015 - Nachhaltige Wolle (4)
Wolle aus dem obersten Regal - Brigitte 2015 - Nachhaltige Wolle (5)

Und für alle, die es eilig haben: hier drei, schöne und aussagekräftige Zitate:

„90 Prozent der weltweit getragenen Alpakawolle kommt aus Peru, geliefert von den gut drei Millionen Alpakas, die auf den Hochplateaus der südlichen Anden leben.“ (Brigitte.de 23/2015, S. 58)

„Und am Beispiel von Carlito [Alpaka Jungtier] wird ihnen [den Hirten] auch ein neues Schersystem vorgestellt, das die Tiere wenig belastet und nahezu 100 Prozent der Schur schonend für die Weiterverarbeitung gewinnt. Dafür wird Carlito auf eine große Matratze mit sauberem Kunststoffüberzug gelegt und mit einer leise surrenden Handmaschine geschoren. Das Ganze dauert drei Minuten, dann schüttelt sich der kleine Hengst und läuft eilig zu seinen Kumpels zurück. Die grinsen scheinbar anerkennend – das sieht bei Alpakas aber eigentlich immer so aus.“ (Brigitte.de 23/2015, S. 60)

„Doch die Hirten lachen wirklich. Weil sie […] bessere Qualität liefern können, weniger „Verschnitt“ haben […], verdienen sie pro Vlies das Dreifache. So können einige inzwischen ihre Kinder auf die Internate der Städte schicken […].“ (Brigitte.de 23/2015, S. 60-61)

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