Spielen und Backen in einer peruanischen Waldorfschule

Es ist an der Zeit mal wieder von Leonie zu berichten, die nun bereits seit gut zwei Monaten an einer Waldorfschule in Lima, Peru, Kinder verschiedenen Alters unterrichtet.

Das Alte Griechenland spielerisch erleben

In Leonies 5. Klasse stand im Oktober das Alte Griechenland auf dem Lehrplan. Erinnert ihr euch noch an den Geschichtsunterricht in der 5. Klasse? Damit spreche ich in erster Linie all diejenigen an, die eine staatliche Schule besucht haben.

Leider ist bei mir vom Geschichtsunterricht nicht viel hängengeblieben. Ich weiß nur noch, dass ich viele Jahreszahlen auswendig lernen musste und ich mich während der wöchentlichen Geschichtsstunde furchtbar gelangweilt habe. Das lag wohl daran, dass die Lehrmethode damals staubtrocken war und ich Schwierigkeiten hatte, mich in Geschehnisse ohne Gegenwartsbezug einzufühlen.

Darum finde ich den Ansatz der peruanischen Waldorfschule sehr schön. Leonie durfte mit ihren Schülern einen Ausflug nach

Cieneguilla, ein netter Vorort Limas, machen, um dort mit den motivierten Mädchen und Jungs eine Olympiade zu veranstalten. Ein sehr schöner Weg, um Schülern in diesem Alter die griechischen Bräuche näherzubringen.

Familiärer Kontakt mit den Lehrkräften der Waldorfschule

Was mir an dem Konzept Waldorfschule noch sehr gut gefällt ist der oftmals freundschaftliche oder gar familiäre Kontakt zwischen den Eltern der Waldorfschüler/innen und der Lehrkräfte der Schule.

Von Freunden deutscher Waldorfschulen weiß ich, dass das Eltern-Lehrer-Verhältnis häufig ein anderes ist, als man dies von staatlichen Schulen kennt. Man organisiert gemeinsam Veranstaltungen, nimmt aktiv an den Aktivitäten der Waldorfschule teil und darf sich jederzeit an den Lehrer/die Lehrerin der Waldorfschule wenden, wenn man pädagogische Ratschläge benötigt.

Dass dieses Prinzip auch in anderen Ländern gelebt wird, darf Leonie gerade in Peru erfahren. Denn sie wurde, zusammen mit ihren Kollegen, zu einer Waldorf-Hochzeit – wie Leonie so schön schreibt – eingeladen. Die Eltern von Ariana, eine Schülerin aus der 2. Klasse, hatten zum Fest eingeladen.

Gemeinsames Backen als Unterrichtssequenz

Neben Spielen und Feiern zählt auch das Backen zum Unterricht in der Waldorfschule. Dort gibt es sogar eine

richtige „Reposteria“, also einen Raum, der über das notwendige Handwerkzeug zum Backen verfügt. Zwar fehlen hier noch die einen oder anderen Utensilien, aber ein Schokokuchen lässt sich schon zaubern.

Jede Woche darf ein Budget von ca. 20 Soles (Währung in Peru), was in etwa 5 Euro entspricht, für das gemeinschaftliche Backen verwendet werden. Das klingt nach weniger als es ist, denn mit 5 Euro lässt sich auf dem Markt schon so einiges einkaufen.

Danke, liebe Leonie, dass du deine Erfahrungen so fleißig mit uns teilst. Wir sind gespannt darauf, was dich die nächsten Wochen so alles erwartet.

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