Tierische oder Pflanzliche Seide?

Was hat es damit auf sich, wenn wir von der „Seide Perus“ sprechen und dies in Zusammenhang mit der pflanzlichen Pimafaser, die als Baumwollart auf den ersten Blick nicht viel mit der tierischen Seidenfaser gemein zu haben scheint?

Seide und Pima Cotton – Verschieden und doch so ähnlich

Seide ist ein wunderschönes Material, dem eine aufwendige Herstellungsprozedur vorausgeht. Schon seit Jahrtausenden wird sie als eine der edelsten und feinsten textilen Rohstoffe geschätzt. Pimabaumwolle dagegen ist bisher auf dem globalen Markt noch relativ unbekannt, und dies obwohl deren pflanzliche Faser eine herrliche VEGANE ALTERNATIVE zu den kokonartigen Fäden der Seidenraupen darstellt. Dabei sind sich beide Fasern in Thermik, Haptik und Tragekomfort so ähnlich, dass der Begriff „SeidenBaumwolle“ uns als die wohl treffendste Beschreibung für Pima Cotton erscheint.

Ihr dürftet mittlerweile schon bemerkt haben, dass wir euch mit unserem Blog nicht nur unterhalten möchten, sondern unser besonderes Anliegen vielmehr ist, Informationen und Hintergrundwissen zu liefern. Aus diesem Grund möchte ich mich in diesem Artikel dem Thema Seide und Pimabaumwolle widmen. Wie werden die beiden Luxusfasern gewonnen, was macht sie zu etwas Besonderen und inwieweit treffen die Eigenschaften von Seide auf die peruanische Baumwolle zu?

Seide – Luxusfaser aus dem Orient

Die Sage erzählt, dass die chinesische Kaiserin Si Ling Schi vor nun mehr als 5000 Jahren eine Seidenraupe beim Einspinnen beobachtet hatte. Sie selbst soll es gewesen sein, die die dabei entstehenden Fäden abhaspelte und Garn daraus herstellte.

Das Wissen um diesen neu entdeckten Schatz gelangte schnell bis in den Mittelmeerraum, wo v.a. die Römer bereitwillig 1 Pfund Gold gegen 1 Pfund chinesischen Seidenstoff eintauschten. Seit etwa 700 n. Chr. wird Seide auch im heutigen Europa gezüchtet, denn damals brachten Schmuggler Eier von Seidenraupen in unsere Breitengrade.

Seidenraupenzucht weltweit

Neben den Haupterzeugerländern von Seide (Indien, China, Japan, Brasilien und Thailand) kann in Europa Frankreich die größten Mengen der tierischen Faser vorweisen.

Trotz der mittlerweile weiten Verbreitung von Seide und Seidenspinnereien beträgt der weltweite Anteil an der gesamten Faserproduktion jedoch nach wie vor lediglich rund 1% (vgl. seide.info).

Entstehung von Seide (Bsp. Maulbeerseide)

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Quelle: DAWANDA BLOG

Seide ist eine tierische Faser, denn sie hat ihre Existenz Seidenraupen wie dem Maulbeerspinner sowie dem Tussahspinner zu verdanken. Der Maulbeerspinner ist nach dem Schlüpfen aus dem Ei etwa 2 mm groß. Der Name selbst geht auf den Maulbeerbaum zurück, von dem sich diese Seidenraupe ernährt.

Rund 30 Tage benötigt der Maulbeerspinner um in seiner Größe mit der Länge unseres Mittelfingers mithalten zu können. Zu diesem Zeitpunkt beginnt die Verpuppung, die bei dieser Zuchtraupe in sog. „Spinnhütten“ vonstatten geht. Drei Tage lang spinnt die Raupe einen etwa 3000 m langen Doppelfaden, der letztlich einem taubeneigroßen Kokon ähnelt. Nach 14 weiteren Tagen dann die Umwandlung von der Raupe zu einem Schmetterling, der aus dem Kokon schlüpft.

Als „Ernte“ von 50 000 Raupen können ca. 1000 kg Seidenkokons gewonnen werden, was einem Ertrag an Rohseide von 120 kg entspricht.

Gewinnung der Zuchtseide

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Quelle: DAWANDA BLOG

Da der Seidenraupenzüchter die unbeschädigten Kokons braucht, tötet er die Tiere in Heißdampf oder trockener Hitze ab. In heißem Wasser, das den sog. Seidenleim löst, werden die Fadenanfänge gesucht und die Fäden von den Kokons abgelöst.

Die Tatsache, dass bei der Seidengewinnung zahllose Raupen getötet werden, bevor sie sich durch die Metamorphose in Schmetterlinge umwandeln können, schreckt viele Konsumenten ab. Gerne wird in diesen Fällen zu Viskose gegriffen, einer Kunstfaser, die wir seit dem Jahr 1940 auf dem deutschen Markt finden. Viskose wird aus natürlicher Zellulose hergestellt und es lassen sich je nach Mischung mit weiteren Fasern seidenähnliche Stoffe erzeugen.

Vor- und Nachteile von Seide

Vorteile

  • angenehmer Tragekomfort: leicht und luftig auf der Haut
  • Thermik: Seide kühlt an warmen Tagen und wärmt bei kühlerem Klima (isolierende Wirkung)
  • Haptik: sehr fein und weich
  • anti-allergene Naturfaser (ähnlich der menschlichen Haut)
  • schön fürs Auge durch ihren natürlichen Seidenglanz

Nachteile

  • teurer Rohstoff, daher häufig als Mischgewebe zu finden
  • knitteranfällig (Aufbewahrung am besten hängend oder zusammengerollt)
  • Wäsche nur bei sehr niedrigen Temperaturen (bevorzugt Hand- oder Schonwäsche)
  • spezielle Waschmittel notwendig
  • sehr empfindlich im nassen Zustand
  • direkte Sonneneinstrahlung bleicht Seide aus
  • stärkere Verschmutzungen machen oft eine chemische Reinigung notwendig
  • reagiert empfindlich auf Deos und Schweiß

Pimabaumwolle – Luxusfaser aus Peru

Pima Cotton ist eine wunderbare vegane Alternative zur tierischen Seidenfaser, denn die Faser des Malvengewächses ist der Seide in vielen Eigenschaften so ähnlich, dass sie zurecht die Bezeichnung „Seidenbaumwolle“ verdient.

http://3.bp.blogspot.com/-HxztH6OfLCE/TcEyubneEGI/AAAAAAAAAEc/E8rSgQK0S-o/s400/5.4.10%2525287%252529.jpgPimabaumwolle ist keine neue Faser, jedoch nach wie vor eine sträflich vernachlässigte und weitestgehend unbekannte Baumwollart. Luxusfaser deshalb, weil qualitativ erstklassige peruanische Pima selten und teuer ist. Zugleich wird sie häufig als hochwertigste und edelste Baumwolle weltweit gepriesen, die vor allem von Luxus-Modellabels geschätzt wird. Die große Nachfrage nach Pima-Seidenbaumwolle zeigte sich erst kürzlich während der renommierten peruanischen Modemesse „Perú Moda„, zu welcher Einkäufer aus aller Herren Länder angereist kamen, um den wertvollen Rohstoff zu ordern. Auch wenn die starke Nachfrage in Verbindung mit einer eher geringen Produktion von Pima Cotton zu einer erheblichen Kostensteigerung der Baumwolle führte – was sich früher oder später auch bei unseren Produkten bemerkbar machen muss – so freut uns diese Entwicklung, da es uns in der guten Wahl unseres Grundmaterials aufs Neue bestärkt.

Mehr zur Geschichte von Pimabaumwolle findet ihr auf unserer Homepage (s. Pima-Seite).

Pima-Anbau

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Quelle: LaRepublica.de

Pima-Seidenbaumwolle wird in erster Linie in Peru, den USA und in Australien angebaut.

Die qualitativ beste Pimabaumwolle findet man zweifellos in Peru, genauer in der nördlichen Region des Andenstaates, in Piura. Die von den Anden gespeisten Flusstäler und das dort vorherrschende Klima bilden eine perfekte Kombination für die Kultivierung von Pima: fruchtbare Böden, ideale Regenperioden, viele Sonnenstunden und hohe Temperaturen.

Handernte und Handlese schonen die extra langen Fasern, denen Pima Cotton ihre seidenähnlichen Eigenschaften zu verdanken hat.  Der vermehrte Anbau von bio-zertifizierter Baumwolle bewahren das natürliche Gleichgewicht der reichhaltigen Flusstäler.

Wie die tierische Seide ist auch Pima (in unserem Fall Bio-Pima) sehr selten. Lediglich 1% der weltweit angebauten Biobaumwolle entspricht den Charakteristika der peruanischen Extra-Long-Staple Baumwolle.

Vor- und Nachteile von BIO Pimabaumwolle

Vorteile

  • angenehmer Tragekomfort: leicht und luftig auf der Haut (vgl. tierische Seide)
  • Thermik: temperaturausgleichend; kühlt an warmen Tagen und wärmt bei kühlerem Klima
  • Haptik: sehr fein und weich dank der extra langen und glatten Fasern
  • anti-allergene Naturfaser (ähnlich der menschlichen Haut)
  • Optik: im Gegensatz zu anderen Baumwollarten charakterisiert sich Pima durch einen natürlich seidigen Glanz
  • maschinenwaschbar bei 30-40 Grad
  • pflegeleicht und knitterarm
  • sehr langlebig

Nachteile

  • teurer Rohstoff, daher sehr selten in Bio-Qualität und farbenfrohen Designs zu finden
  • sehr begrenztes Marktangebot
  • hoher Wasserbedarf beim Baumwollanbau

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