Nachhaltige Mode – Der bewusste Konsument

Nachhaltigkeit bzw. Sustainability ist ein mittlerweile sehr abgegriffener Begriff, der zu viele Konzepte in sich zu vereinen scheint und häufig für mehr Verwirrung als Klarheit sorgt. Und dennoch ist es ein Begriff, dessen Bedeutung unverzichtbarer Bestandteil einer Kehrtwende ist, die das konventionelle Konsumverhalten in eine neue Richtung lenkt.

Nachhaltiger Lebensstil

LOHAS

Christiane Köhn-Ladenburger: http://goo.gl/DOOxS4

Nachhaltiger Lebensstil geht von der Prämisse aus, dass eine enge Interdependenz zwischen allen Gliedern und Elementen unseres Planeten existiert. Peter Parwan von www.lohas.de beschreibt eine deutlich spürbare Bewusstseinsänderung, die insbesondere sog. LOHAS-Menschen vorleben, als das „Resultat der Einsicht, dass die Qualität des menschlichen Lebens einen intakten Planeten bedingt und dass Natur, Tiere und Menschen mitsamt ihren wirtschaftlichen, politischen und wissenschaftlichen Tätigkeiten voneinander abhängen (Interdependenz).“

LOHAS steht für Lifestyles of Health and Sustainability und meint eine Lebensweise, mehr noch, eine Einstellung zum Leben, die sich um unsere Erde sorgt und versucht ihm Einklang mit der Natur zu leben. LOHAS-Menschen sind – wirtschaftlich betrachtet – Konsumenten, denen bewusst ist, dass jeder Schaden, den wir unserem Planeten zufügen, letztlich auf uns und unsere Nachkommen zurückfällt.

Der bewusste Konsument

Bewusstes Einkaufen, der bewusste Konsument, wer danach lebt ist en vogue.

Gerade junge engagierte Modedesigner sind hier gefragt, denn sie leben diese Trendwende und wachsen sozusagen hinein in eine Konsumgesellschaft, die immer anspruchsvoller wird, die Fragen stellt und auf nachhaltig produzierte Mode Wert legt. Fragen nach dem Ursprung, den Arbeitsbedingungen, dem Einfluss auf die Umwelt spielen hier genauso eine Rolle wie die verwendeten Materialien, die wir letztlich auf der Haut tragen.

Synthetische Fasern mögen ihre Vorzüge haben, erweisen sich gerade bei Outdoorbekleidung als unverzichtbar. Geht es jedoch um den direkten Hautkontakt, rücken zunehmend naturbelassene hochwertige Materialien in den Vordergrund. Dazu zählen Baumwolle, Hanf, Leinen, also Fasern pflanzlichen Ursprungs in Bio Qualität.

Bio Qualität – nachhaltiger Landbau

Dass Bio nicht gleich Bio ist, ist dem bewussten Konsumenten klar. Denn er fragt nicht nur nach den verwendeten Materialien sondern auch nach dem Biosiegel, das die schadstofffreie Qualität garantieren soll. Und es gibt tatsächlich einen riesigen, schwer durchschaubaren Dschungel an Biosiegeln, die alle für sich behaupten, zu den besten und vertrauenswürdigsten zu zählen. Dass dem nicht so ist zeigen Informationsportale wie It fits mit einer eigens erstellten Labelschule, die kurz und präzise für Aufklärung sorgen. 10%, 20%, ja wie hoch ist der Anteil an Bio Baumwolle in unserer Bekleidung tatsächlich? Werden die Arbeitsbedingungen im Produktionsland vom Zertifizierer berücksichtigt? Auf diese Fragen gilt es kompetente Antworten zu finden.

Der Anbau von Bio Baumwolle ist unverzichtbarer Bestandteil eines nachhaltigen Konsums. Pestizide, Insektizide und Entlaubungsmittel sickern gerade beim Baumwollanbau zu Hauf in die fruchtbaren Böden und diese wiederum brauchen Jahre, bis sie von den schädlichen Chemikalien gereinigt werden können. Von nachhaltigem Landbau kann hier also nicht gesprochen werden. Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft bedeutet, dass die Böden nicht ihrer Fruchtbarkeit beraubt werden, dass das natürliche Gleichgewicht erhalten bleibt. Ökologischer Landbau und der Verzicht auf Monokulturen hingegen tragen entscheidend zum Konzept der Nachhaltigkeit bei.

Der bewusste Konsument achtet mehr als andere darauf, das Gleichgewicht der Natur nicht unnötig zu stören, denn er weiß, dass er Teil davon ist und jeglicher Schaden, den er der Natur zufügt letztlich auf ihn zurückkommt. Er gibt bio-zertifizierter Mode Vorrang vor konventionellen Kleidungsstücken. Also ist der bewusste Konsument ein Hippy, ein Öko-Freak, der auf farblose schlicht gehaltene Kleidung steht?

Nein, ganz und gar nicht. Ein bewusster Konsument zu sein bedeutet nicht auf Lifestyle und damit auf Mode verzichten zu müssen. Ganz im Gegenteil, Lifestyle, Sustainability und Health bilden für viele Verbraucher weltweit eine unzertrennbare Einheit. Der Markt hat dies schon lange erkannt und darauf reagiert.

Nachhaltige Haute Couture

Feinste (Luxus-)Materialien in Bio Qualität und aus nachhaltiger Produktion sind gerade dabei, in Form von farbenfrohen Designerstücken die internationalen Laufstege zu erobern. Optisch lassen sich hier zunächst keine Unterschiede zu konventioneller Kleidung erkennen, haptisch schon. Nachhaltige Haute Couture ist chic, gesund für Mensch und Natur und aufgrund der unbehandeltenen Naturfasern häufig weicher als Materialien aus konventionellem Anbau.

Zahlreiche junge Modemarken nutzen diese Entwicklung und konzentrieren sich von Anfang an auf das Design und die Konfektion nachhaltig produzierter Bekleidung und Accessoires.

Namhafte Brands tun sich hier etwas schwerer. Zwar werden auch hier schrittweise Bio-Kollektionen in das Sortiment integriert, doch bedeutet der Umstieg auf Bio und nachhaltige Produktion einen Strategiewechsel, der häufig eine Neudefinition eines Unternehmens notwendig macht. Sustainability Reports, Sozialprojekte und speziell dafür eingerichtete Sozialabteilungen gehören daher mittlerweile zum Standardrepertoire eines „nachhaltig“ agierenden Unternehmens.

Der bewusste Konsument bleibt gerade bei einem Imagewechsel der „Großen“ skeptisch. Der logistische Aufwand einer fest etablierten Modemarke ist enorm, die Verzweigungen weltweit undurchschaubar und eine Umstellung auf Bio und Nachhaltigkeit nicht ohne große finanzielle Einbußen für ein Unternehmen möglich. Damit soll jedoch keineswegs behauptet werden, dass diese Trendwende nicht lobenswert sei. Schließlich werden gerade von den Konzernen riesige Mengen an Materialien verarbeitet. Der langsame Umstieg auf Bio birgt für die Bio Baumwollbauern ein großes Potential in sich birgt und fördert zugleich die ökologische Landwirtschaft weltweit.

Schön zu beobachten ist, dass der bewusste Konsument sehr anspruchsvoll ist und oftmals kleinen engagierten Modelabels und Nischenprodukten Vorrang gibt. Er schätzt die Transparenz und den Blick hinter die Kulissen, die ihm kleine Unternehmen eher als große Marken bieten können.

Mama Ocllo® – Nachhaltig produzierte Babymode

Auch Mama Ocllo® Babymode setzt auf Nachhaltigkeit.

Nachhaltiger Landbau ist eine Säule davon. Die verwendeten Pima-, Tangüis-, und nativen Baumwollfasern stammen ausschließlich aus ökologischem Landbau; sprich, hier handelt es sich um bio-zertifizierte und damit schadstofffreie Bio Baumwolle. Der Anbau von Bio Baumwolle schont den Boden und schützt die Biosphäre.

Mama Ocllo® Babymode wächst langsam, denn es wird auf ein stetiges gemeinschaftliches Wachstum mit den peruanischen Produzenten Wert gelegt. Eine sehr zeitaufwändige Produktentwicklung, die in enger Zusammenarbeit mit den Produzenten erfolgt, resultiert in anspruchsvollen Designs, höheren Einkaufspreisen und damit besseren Einnahmequellen für alle Beteiligten der Produktionskette.

Da die Produktion zu 100% im Ursprungsland angesiedelt ist, trägt Mama Ocllo® zudem zu einer nachhaltigen Entwicklung in Peru bei.

1 Kommentar

  1. […] bewusste Konsument gibt sich mit dem reinen Aufdruck und dem allgemeinen Ruf einer Modemarke allein jedoch nicht […]

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