Bio Baumwolle aus konventionellem Anbau

Beim konventionellen Anbau von Baumwolle werden Schadstoffe wie Pestizide, Insektizide und Entlaubungsmittel eingesetzt. Konventionell deshalb, weil sich die schadstoffbelastete Landwirtschaft seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts zur Konvention entwickelt hat, also zur gängigen Praxis, die lange Zeit kaum hinterfragt wurde.

Geschichte konventioneller Baumwolle

Die Entwicklung künstlicher Fasern, chemischer Schädlingsbekämpfungs- und Düngemittel revolutionierte den Anbau von Baumwolle, sorgte für höhere Produktionszahlen und deckte auf diese Weise die zunehmende Nachfrage auf dem Textilmarkt. Langfristige Folgen waren damals nicht absehbar und wenn doch, dann traten diese nicht an die Öffentlichkeit.

Erst das Aufkommen von Prüf- und Zertifizierungssystemen in den 90er Jahren, wie OEKO-TEX®, führte zu einem langsamen Umdenken. Heutzutage unterliegt insbesondere Babybekleidung den mitunter strengsten Auflagen, um die Gesundheit unserer Kleinsten nicht unnötig zu gefährden.

Um diesen Standards gerecht zu werden, durchlaufen Textilien solange chemische Reinigungsprozesse, bis gesundheitsunbedenkliche Werte erreicht werden. „Gesunde“ Kleidung für unsere Babys ist leider bisher nicht gleichzusetzen mit einer gesunden Wertschöpfungskette.

Anbau und Weiterverarbeitung

Beim konventionellen Anbau von Baumwolle werden Insektenvernichtungsmittel, Substanzen zur Schädlingsbekämpfung und Entlaubungsmittel eingesetzt. Der massive Einsatz von Nervengiften hat Folgen für unsere Lebenswelt, denn der natürliche Lebensraum von Flora, Fauna und Mensch wird in unmittelbare Gefahr gebracht.

In den konventionellen Industrie spielt Chemie jedoch auch bei der Weiterverarbeitung eine große Rolle. Veredelungsprozesse zur Verbesserung von Farbe, Glanz, Widerstandskraft und Knitterschutz führen zwar zu optisch schönen Ergebnissen, doch mindern sie die Qualität der Naturfasern und können sich negativ auf das Wohlbefinden des Endverbrauchers auswirken.

Folgen des Chemie-Einsatzes

Der Einsatz von Chemie bei Anbau und Weiterverarbeitung von Baumwolle kann Hautirritationen, Schwitzen und Juckreiz beim Endverbraucher zur Folge haben. Chemisches Substanzen führen zu einem Faserverschluss und die vollständige Reinigung aggressiver Restbestände kann nicht garantiert werden. Gerade bei hautsensiblen Babys und/oder Menschen mit Neurodermitis kann schadstoffbelastete Kleidung zu einer Verschlechterung des Hautbildes führen.

Die Baumwollbauern selbst werden beim Anbau tagtäglich der Chemie ausgesetzt. Je nach Sicherheitsstandards werden sie mal mehr mal weniger mit den Schadstoffen konfrontiert. Nachweislich treten regelmäßig Vergiftungen und Krankheiten durch verseuchtes Trinkwasser auf.

Flora und Fauna bleiben genauso wenig verschont. Insektizide und Pestizide zerstören die natürlichen Lebensgrundlagen, verschmutzen die Gewässer und belastet die Böden langfristig mit chemischen Rückständen.

Und nicht zuletzt führt ein erhöhter Einsatz von Chemie zur Qualitätsminderung von Textilien. Die Baumwollfasern büßt einen Großteil einer wunderbaren natürlichen Eigenschaften ein und die Lebensdauer des Textils nimmt ab.

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