Expertenrat zum Thema: Baby mit Neurodermitis

Schon einmal haben wir über Neurodermitis und Hautekzeme bei Babys berichtet. Da Hautirritationen häufig bei Neugeborenen auftreten, selbst dann wenn keine genetische Veranlagung vorhanden ist, möchten wir uns heute nochmals diesem Thema widmen.

Was Kinderärzte und Hebammen empfehlen

Expertenrat zum Thema Baby mit NeurodermitisWir haben einmal unsere Kinderärztin und Hebamme gefragt, was denn im Falle von Baby Neurodermitis am Besten Linderung verschafft und wie man dem unangenehmen Juckreiz erfolgreich entgegenwirkt.

Dazu war es aber zuerst einmal notwendig, etwas mehr über den medizinischen Fachbegriff „Neurodermitis“ zu erfahren. So scheint Neurodermitis nicht gleich Neurodermitis zu sein. Sprich, sehr viele Formen von Hautekzemen werden dieser Kategorie zugeordnet. Dabei muss es sich nicht zwingend um eine chronische Hauterkrankung handeln. Häufig verschwinden Rötungen und Juckreiz im Laufe des ersten Lebensjahres eines Baby´s komplett, sodass später mit keinerlei Beschwerden dieser Art mehr zu rechnen ist. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn keine genetischen Vorläufer in der Familie bekannt sind. Neurodermitis kann also eine Folge sensibler Haut sein, die zu verstärkter Trockenheit neigt. Und da Baby´s natürliche Abwehrstoffe sich erst im Laufe der Zeit entwickeln, muss man nicht erschrecken, wenn der Kinderarzt zunächst einmal den Befund „Neurodermitis“ in seiner Karteikarte notiert.

Was nun können Mama und Papa tun, um Baby das Leben etwas angenehmer zu machen? Wie lässt sich der Juckreiz lindern und der Hautreizung effektiv entgegenwirken?

Hier eine kleine Liste an Ratschlägen, die es Wert sind ausprobiert zu werden.

Die richtige Baby Pflege

Viele junge Eltern haben das Ritual entwickelt, Baby vor dem Zubettgehen zu baden. Andere halten ein ausgiebiges Bad zumindest alle 2-3 Tage für unerlässlich. Kinderärzte empfehlen jedoch bei Babys mit Neurodermitis max. ein Bad pro Woche. Zu beachten ist hier, dass das Wasser eine angenehme Temperatur hat. So sollte das Thermometer nicht mehr als 34 Grad anzeigen.

Als geeigneter Badezusatz erhält man auf Rezept Mandelölbad (z.B. Neuroderm) in der Apotheke. Nimmt man sein Baby nach max. 10 Minuten wieder aus dem Wasser sollte man die überempfindliche Haut nicht mit dem Handtuch abrubbeln, sondern nur ganz vorsichtig abtupfen. Jedoch ist auch beim Abtupfen darauf zu achten, dass die Hautfalten schön trocken sind, damit sich die Haut nicht entzündet. Auch wenn Babys sich oftmals gerade dort besonders sträuben :). Und nicht erschrecken! Baby´s Haut wird nach dem Badevergnügen möglicherweise stärker gerötet sein als zuvor, was allerdings nicht bedeuten muss, dass sich der Hautausschlag verschlimmert hat.

Ist Baby schön trocken empfiehlt es sich, die angegriffenen Hautstellen zu behandeln. Für rauhe Haut, die weder wund noch extrem gerötet ist genügt Linola. Auf wunde und in Mitleidenschaft gezogene Hautpartien sollte eine Zinkoxid haltige Salbe (z.B. Pantederm N HEXAL) aufgetragen werden.

Es genügt 1-2 Mal pro Tag die Haut einzucremen, je nachdem, wie stark die Neurodermitis ausgeprägt ist.

Sollte Linola und Zinksalbe keine Wirkung zeigen, wird zeitweise mit Kortison therapiert. Dies jedoch sollte der letzte Schritt sein und nur bei starken Schüben eingesetzt werden.

Und nicht zu vergessen bei der Babypflege: Baby´s Fingernägel. Die kleinen Nägel wachsen so schnell, dass man sie ab dem 3. Monat bei hautempfindlichen Babys beinahe alles 2-3 Tage schneiden sollte. Gerade wenn die Kleinen müde oder unruhig sind wird wie verrückt gekratzt. Mit den scharfen Fingernägeln sind dann die geröteten Stellen schnell blutig gekratzt und entzünden sich im schlimmsten Fall.

Was bei der Bekleidung zu beachten ist

Generell gilt wie beim Bad auch hier, dass zu warme Kleidung vermieden werden sollte. Schwitzen verstärkt den Juckreiz und damit das Unwohlsein von euren Babys.

Besonders gut eignet sich leichte Baumwollkleidung, bevorzugt in Bio-Qualität, da verwendete Schadstoffe und synthetische Fasern die Neurodermitis häufig verstärken. Durch die chemische Behandlung konventioneller Baumwolle werden die Fasern teilsweise geschlossen und der daraus gewebte Stoff büßt an seiner Atmungsaktivität ein.

Außerdem ist bei der Babybekleidung darauf zu achten, dass beim An- und Ausziehen möglichst wenig Reibepunkte entstehen. Wickeloptik (Mama Ocllo® liebt Wickeloptik) und weite Halsausschnitte, wie es beim amerikanischen Ausschnitt (z.B. Mama Ocllo® Schlupfhemd) der Fall ist, empfehlen sich hier sehr gut. Achtung auch bei Baby Stramplern mit Knöpfen am Rücken. Da v.a. Neugeborene meist auf dem Rücken liegen, wird dieser ohnehin die meisten Rötungen aufweisen. Zusätzliche Druckstellen reiben die sensiblen Hautstellen nicht selten wund.

Wollprodukte sollten nie direkt auf Baby´s Haut aufliegen. Und selbst auf Schafwolleinsätze für den Kinderwagen sollte verzichtet werden.

Was noch? Ja, auch hier das Thema Fingernägel. Vor allem nachts ist es ratsam, dem Säugling kleine Baumwollfäustlinge anzuziehen. Denn während der Schlafphase kann Mama am wenigsten kontrollieren, wo Baby seine Hände hat. Bevorzugt Handschuhe mit Bändchen, damit sich diese am Handgelenk befestigen lassen. Babys sind schlau und haben schnell raus, wie sie lose Handschuhe abstreifen.

Alternativ gibt es schicke Schlafstrampler integrierten Handschuhen, die man nach Belieben über die Händchen stülpen kann.

Und wer weder das eine noch das andere zur Hand hat kann vorübergehend auch schlichtweg Babysöcken über die Babyhände ziehen.

Ernährung

Zur Ernährung haben wir in erster Linie den Tipp bekommen, Baby die ersten 4-6 Monate voll zu stillen, um das Immunsystem zu stärken.

Was die Hautirritationen verschlimmern kann, aber nicht muss (!), sind Zitrusfrüchte und Kuhmilch. Hier gilt es einfach auszuprobieren.

Soviel von unserem Plausch mit zwei Babyexpertinnen. Was letztlich hilft und was nicht, ist sicherlich von Baby zu Baby unterschiedlich und hängt auch von der Intensität der Hauterkrankung ab. Wichtig war jedenfalls zu erfahren, dass Neurodermitis nicht immer zum Schreckgespenst werden muss, bei dem Mamas erst einmal in Tränen ausbrechen. Neurodermitis kann, muss aber nicht chronisch werden. Und selbst bei einer chronischen Erkrankung lassen sich Hautrötungen und Juckreiz bei der richtigen Pflege und Kleidung wohl meist recht gut in den Griff kriegen.

Was habt ihr für Erfahrungen und Tipps zum Thema Baby mit Neurodermitis?

 

 

1 Kommentar

  1. ich verwende bei meinen kids nur die pflege von ringana. besonders bewährt hat sich bei ganz trockenen stellen die körpermilch. die ringana-produkte enthalten rein natürliche stoffe. es ist eine reine frischekosmetik, verwendbar für die ganze familie, vom baby bis zu den großeltern.

    die philosophie und die produkte haben mich so begeistert, dass ich mich als partner eingeschrieben habe.

    12. Februar 2014 Antworten

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