Babys erste Beikost, der erste Brei

Du hast jetzt viele Nächte mit deinem Kind durchwacht. Hast es gestillt oder mit der Flasche gefüttert. Hast es an deinem Körper gewärmt und darauf verzichtet, selbst zu schlafen. Und jeder Mutter stellt sich irgendwann die Frage: Wann ist der richtige Zeitpunkt für Babys erste Beikost? Weil es irgendwann ja sein soll und muss, dass dein Kind „selbstständig“ isst. Oder vielleicht wurde dir auch gesagt, von Freunden, Familie und Ratgebern, dass mit 6 Monaten Schluss sein soll.

Manche Babys erwecken mit ihren gierigen Augen, wenn du am Essen bist, auch den Eindruck, dass sie jetzt sofort was brauchen von dieser wunderbaren Kost, die du selbst zu dir nimmst. Diese Augen, die immer größer werden wenn du was isst, und dann diese Schmatzer und fordernden Andeutungen, auch etwas davon abbekommen zu wollen.

Vielleicht hast du auch einfach keine Kraft mehr und denkst dir, jetzt versuche ich das mal mit dem Brei!

Das erste Mal, die erste Beikost:

Und dann zauberst du einen ersten Brei für dein Kind, aus Gemüse und ganz viel Liebe, und stellst nach ein paar Löffeln ernüchtert fest: mein Kind mag den Brei nicht. Es verzieht den Mund und schaut dich unzufrieden an. Dein Kind befördert seinen Brei mehr nach außen als dass reingeht. Und es landet alles auf dem Boden, den Klamotten und im Gesicht! Es will lieber mantschen und den Brei lustig in der Gegend verteilen. So eine Sauerei.

Dabei sollte es doch genau das Gegenteil sein!

Faktor Zeit:

Leider funktionieren nicht alle Babys nach einem Kalender, der zum Ende des 6. Lebensmonats die Ernährung umstellen kann. Bisher hat dein Baby flüssige Nahrung bekommen. Aus deiner Brust oder einer Flasche. Es hat gelernt, wie es seine Nahrung so am besten reinbefördert und satt wird.

Dazu hat dein Baby viele Muskeln erst einmal „anlernen“ müssen. Bei den meisten Babys klappt das sofort, ja. Manche brauchen auch hier schon etwas länger.

Und jetzt stell dir vor, wie es bei der ersten Beikost sein muss, wenn man zum ersten Mal halbfeste oder feste Nahrung zu sich nimmt.

Manchmal dauert es eben länger:

Dein Baby muss jetzt erst lernen, wie es ist mit dieser neuen, anderen Nahrung umzugehen. Wie es seine erste Beikost mit seinem kleinen Mund, der Zunge und den ganzen Muskeln nach innen befördern kann. Das ist ein Lernprozess, der eben nicht mit dem Eintritt in den 6. Lebensmonat bei allen Babys wie auf Knopfdruck funktioniert. Aber keine Sorge, das wird, versprochen.

Dran bleiben, pausieren oder aufhören:

Es gibt da kein Geheimrezept, außer vielleicht Geduld und Liebe, die es deinem Baby leichter machen, das neue Essen zu erlernen. Begreifen mit den Händen ist eine wichtige Strategie deines Babys das neue Essen kennenzulernen (wenn auch nicht bei allen gleich stark ausgeprägt). Es wird immer Tage geben, wo es besser klappt und es wird auch Rückschläge und Verweigerung geben. Vielleicht wirst du selbst an den Punkt kommen, wo du selbst einfach keine Lust mehr hast.

Völlig ok! Hör auf dein Bauchgefühl.

Wenn dir nicht nach einer Probestunde ist, dann wird es deinem Baby auch nicht danach sein. Wenn dein Baby müde ist, wird es auch nicht essen. Außer es ist die vertraute gute Milch, gepaart mit deiner Nähe. Wenn gerade viele Veränderungen anstehen, wird es vermutlich auch nicht klappen. Und wenn das Essen nicht schmeckt, erst recht nicht.

Lass dich nicht entmutigen:

Die erste Beikost lässt dein Baby ohnehin nicht richtig satt werden. Zu wenige Kalorien stecken in Breien aus Gemüse und Obst. Auch der Verdauungstrakt muss sich an die schwieriger zu verdauenden Speisen erst gewöhnen. Wenn es nicht klappt, mach erstmal ein paar Tage Pause, versuche ohne die Erwartung dranzugehen, schnell eine Mahlzeit ersetzen zu wollen. Lass dein Baby begreifen, was es da Neues gibt und gib ihm auch die Möglichkeit mit dir und unter deiner Aufsicht am Tisch mit dir/euch zu essen.

Essen ist eine soziale Angelegenheit und dein Baby ist einfach ein soziales Wesen, das teilhaben will an deinem Leben und alles nachahmt, was du machst. So wird es leichter lernen, wie das mit dem Essen am Tisch so funktioniert. Setz dir und deinem Baby auch ein zeitliches Limit für das Essen, 20-30 Minuten, ohne die Erwartung, das es dann alles aufgegessen hat und satt ist. Das mit dem Sitzen ist auch so eine Sache. Warte bis dein Baby wirklich alleine sitzen kann. Denn auch das ist eine wichtige Kompetenz um Essen erlernen zu können.

Du kannst mir jederzeit schreiben und ich beantworte gerne deine persönlichen Fragen rund um das Thema „Babys erste Beikost“.

Deine Mika

Mika-Kienberger-Doula-in-Stuttgart
Geburtsbegleiterin Mika Kienberger
Email: mail@wunschgeburt.de

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