Den Mutterpass verstehen (3) | Der Chlamydien-Test

„Nachweis von Chlamydia trachomatis-DNA mittels NAT“, so steht diese Vorsorgeuntersuchung im Mutterpass. Aber was genau verbirgt sich hinter dem Fachjargon? Hier findet ihr das Wichtigste in einfachen Worten.

Die Infektionskrankheit Chlamydia

Bei Chlamydien – auch chlamydia trachomatis genannt – handelt es sich um Infektionskrankheiten, die meist über den Geschlechtsverkehr übertragen werden. Werden die Bakterien rechtzeitig nachgewiesen und behandelt hat eine Infektion mit Chlamydien meist keine weiteren Folgen. Wird die Krankheit jedoch nicht bemerkt, bestehen insbesondere während der Schwangerschaft Risiken für Mutter und Baby.

Wie macht sich eine Chlamydien-Infektion bemerkbar?

Den Mutterpass verstehen - Der Chlamydien-Test

Der Chlamydien-Test

Zunächst einmal solltet ihr wissen, dass statistisch gesehen Chlamydien (eine Art von Bakterien) lediglich bei 5-10% aller Erwachsenen nachgewiesen werden können. Das Risiko einer tatsächlichen Infektion ist also nicht allzu hoch.

Da die Erreger jedoch gefährlich für Mutter und Baby sind und tückischerweise nicht immer von selbst erkannt werden, wird der Gynäkologe als Teil der Vorsorgeuntersuchungen einen Nukleinsäure-amplifizierenden Test (NAT) durchführen. NAT in eine allseits verständliche Sprache zu übersetzen, würde hier zu weit gehen. Wichtig ist lediglich zu wissen, dass dieser Test über eine Urinprobe oder einen Abstrich durchgeführt wird.

Fällt der Test positiv aus, liegt entweder einer akute oder aber eine chronische Chlamydien-Infektion vor.

Symptome einer akuten Chlamydien-Infektion

Chlamydien können (müssen nicht!) sich durch einen gelblichen Ausfluss, Juckreiz oder auch durch Schmerzen beim Urinlassen bemerkbar machen.

Im Fall einer akuten Chlamydien-Infektion lassen sich die Bakterien direkt am Scheideneingang oder Gebärmutterhals nachweisen.

Symptome einer chronischen Chlamydien-Infektion

Rund 15-20% aller Infizierten leiden an einer chronischen Infektion mit Chlamydien. Gefährlich ist dabei, dass die Erreger über den Gebärmutterhals in die Gebärmutter gelangen und dort auf andere Organe übertragen werden können. Die Entzündungen können hier zu Zwischenblutungen, Fieber und Schmerzen im Unterbauch führen.

Mögliche Folgen einer unbehandelten Infektion

Wie eben erwähnt, besteht die Gefahr, dass die Erreger über den Gebärmutterhals in die Gebärmutter gelangen und darüber weitere Organe angreifen. Mit angreifen meine ich, dass sie Entzündungen hervorrufen können.

Kommt es zu Entzündungen an den Eihäuten oder dem Eileiter, kann dies bei fehlender Behandlung im schlimmsten Fall zur Unfruchtbarkeit führen. Auch Eileiterschwangerschaften können die Folge einer vorangegangenen Infektion sein.

Während der Schwangerschaft kann es zu vorzeitigen Wehen oder einem verfrühten Blasensprung kommen. Die eigentliche Gefahr besteht hier allerdings während des Geburtsvorgangs, wo sich das Neugeborene mit Chlamydien infizieren kann. Chlamydien beim Baby sind häufig die Ursache für schwere Lungen- und Augenentzündungen.

Der Chlamydien-Test und die Behandlung bei einem positiven Ergebnis

Der klassische Chlamydien-Test wird über eine Urinprobe gemacht. Um ganz sicher zu gehen, kann ein zusätzlicher Abstrich mögliche Erreger im Gebärmutterhals nachweisen.

Wird eine Infektion festgestellt, folgt eine an die Schwangerschaft angepasste Antibiotika-Behandlung, die in der Regel 3 Wochen nicht überschreitet. Wird die Behandlung genau nach Anweisung des betreuenden Gynäkologen durchgeführt, werden die Bakterien in dem verordneten Zeitraum vollständig abgetötet, sodass keine weitere Gefahr für Mutter und Baby besteht.

Übrigens wird bei einer Chlamydien-Infektion der Partner meist gleich mitbehandelt, um eine weitere Ansteckung vollständig ausschließen zu können.

 

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