Bachelorarbeit Social Entrepreneurship: willkommen im Team, Magdalena

Zum 2. Mal nun dürfen wir TU Studentin Magdalena bei uns im Team willkommen heißen. Magdalena wird bei Mama Ocllo ihre Bachelorarbeit am Lehrstuhl Corporate Sustainability  schreiben und uns im Bereich Social Business Communication unterstützen.

Bachelorarbeit zum Thema Social Entrepreneurship | Social Communication

Bachelorarbeit Social EntrepreneurshipSocial Communication und virtuelle Vernetzung ist ein spannender Bereich. Dabei geht es um eine zielgruppenorientierte Kommunikation von Vision, Mission und den damit verbundenen Wertvorstellungen eines Unternehmens.

Viele Unternehmen mit einem auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Konzept verschwinden bereits nach kurzem wieder vom Markt, weil sie nicht gesehen und damit nicht ausreichend wertgeschätzt werden. Das ist sehr schade, denn gerade junge, engagierte Start-ups sind meist bestrebt, tatsächlich etwas Positives auf unserem Planeten zu bewirken.

TU Studentin Magdalena wird sich 6 Monate lang in Form ihrer Bachelorarbeit mit der Social Business Communication von Mama Ocllo beschäftigen. Durch ihren akademischen Background wird sie zweifellos eine große Bereicherung für uns darstellen; einmal abgesehen von der persönlichen Chemie, die einfach stimmt 😉

Und damit auch ihr die Chance habt, unser neues Teammitglied ein wenig kennenzulernen, haben wir Magdalena ein paar Fragen gestellt.

Bienvenido a nuestro equipo, herzlich willkommen im Team, liebe Magdalena! Gemeinsam mit deiner Kommilitonin Lama hast du bereits dein Projektstudium bei uns durchgeführt. Umso mehr freuen wir uns, dass du uns nun erneut während der kommenden Monate begleiten wirst; dieses Mal, um deine Bachelorarbeit bei uns zu schreiben.

Magst du uns verraten, warum du dich entschieden hast, bei Mama Ocllo deine Bachelorarbeit zu schreiben?

Ich wollte schon immer in einem Unternehmen arbeiten, das verantwortungsbewusst gegenüber der Umwelt handelt und dazu noch etwas Gutes schafft. Mama Ocllo hat von Anfang an mein Herz erobert, durch ihre ehrliche Liebe zu Babys und damit verbunden zu deren Eltern, durch umweltfreundlich und sozialverträglich hergestellte Produkte mit außergewöhnlichen Designs, und vor allem durch die Abgrenzung von der „umwelt- und menschenschädlicher Billig-Schick“ – Schiene.

Dazu kommt zusätzlich, wie du bereits erwähnt hast, Martina, die starke Verbindung des Unternehmens mit Lateinamerika, meinem zweiten Zuhause. Schon während des Projektstudiums hast du uns sehr viel Handlungsspielraum eingeräumt. Ich kann also bei Mama Ocllo meine Kreativität leben, zusätzlich einen kleinen Beitrag zur „Transformation des Konsumverhaltens“ leisten – was meiner Arbeit Sinn gibt- und kann dies alles wunderbar mit meinem Studium kombinieren.

An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass ich das Glück habe, direkt mit Martina zu arbeiten, die mich immer mit positiven Worten und konstruktiver Kritik motiviert und durch ihr nachhaltiges Mindset inspiriert. Besser konnte ich es nicht treffen, oder?

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in deinem Leben?

Nachhaltigkeit spielt eine immer größere Rolle in meinem Leben. Es hat vielleicht ein bisschen banal mit dem Umstieg auf eine vegane Ernährung angefangen. Später kamen immer mehr Lebensbereiche – wie Mobilität, Bekleidung, Einkäufe oder Müll – hinzu, bei denen ich die Hierarchie der Werte in Richtung Nachhaltigkeit verändert habe.

Nachhaltigkeit leben bedeutet für mich verantwortungsvoll zu leben, verantwortungsvoll gegenüber meiner Mitmenschen, anderer Lebewesen und v.a. gegenüber der Natur zu handeln; dem größten Schatz unserer Erde, der die Grundlage für künftige Generationen bildet.

Heute genieße ich mein Frühstück voller Früchte, mit meinen Lieblingshirsen, fahre mit dem Fahrrad zur Uni und fühle dabei die Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht, kaufe nur Kleidungsstücke, wenn ich sie tatsächlich brauche und nicht, weil sie trendy sind. Ich fühle, wie ich im Einklang mit anderen Lebewesen und obwohl ich noch viel mehr für die Umwelt tun könnte, glaube ich dass ich auf einem guten Weg bin.

Das Schönste daran ist, dass mein Familien- und Freundeskreis sich von mir inspirieren lässt und sich immer mehr in Richtung nachhaltiger Lebensstil bewegt.

Welche Visionen treiben dich ganz persönlich an? Was möchtest du beruflich im Anschluss an dein Studium erreichen?

Mein allergrößter Traum ist es, meine eigene Naturkosmetik Linie herzustellen. Ich mache das aktuell aus Spaß zu Hause, als Alternative zu chemischer Kosmetik aus Drogeriemärkten.

Aber jetzt möchte ich erst einmal im Bereich Sustainability Marketing bleiben. Dieses Thema ist relativ jung in der Forschung und bildet ein Gegenstück zum konventionellen Marketing der vier Ps (Produkt, Place, Price, Promotion). Das nachhaltige Marketing bietet vier Cs (Communication, Convenience, Customer Cost und Customer Solution). Corporate Sustainability Communication, ein kleiner Teil des Sustainability Marketing, ist das, was mich besonders interessiert. Nachhaltige Unternehmen wählen einen offenen Dialog als Methode einer transparenten Kommunikation und konzentrieren sich nicht nur auf kurzfristige Profite sondern vor allem auf langfristige Beziehungen mit ihren Kunden und Kooperationspartnern. Wie und was soll ein Unternehmen kommunizieren, um nicht in den Verdacht von Green Washing zu  geraten? Das ist die Verantwortung, die ich im Unternehmen übernehmen möchte.

Magdalena, du studierst Technologie- und Managementorientierte Betriebswirtschaftslehre, also ein wirtschaftlich ausgerichteter Studiengang. Was glaubst du, wird sich das Thema Nachhaltigkeit als fester Bestandteil in unserer Gesellschaft etablieren oder handelt es sich dabei lediglich um einen Trend, als Reaktion auf globale Veränderungen?

Ich glaube, Nachhaltigkeit ist tatsächlich eine Reaktion auf globale Veränderungen, die jetzt jeder von uns nachvollziehen kann; denn dazu zählt mitunter die deutlich spürbare globale Erwärmung. Diese Reaktion ist zum einen auf den gesellschaftlichen Druck gegenüber der Regierungen und Unternehmen zurückzuführen. Im Zeitalter des Informationsüberflusses erfahren wir in einem Atemzug, dass die Gletscher schmelzen, das Ökosystem in Amazonien zerstört wird und Hunderte von Menschen in Bangladesch in einer Fabrik sterben.

Wenn wir in Richtung Nachhaltigkeit gehen, dann bedeutet dies, dass wir uns um unsere Umwelt und andere Menschen sorgen und kümmern und nicht aus Egoismus die Augen vor diesen Informationen verschließen. Vielleicht klingt es ein bisschen idealistisch, aber ich gehe in erster Linie von den positiven Intentionen des Menschen im Allgemeinen aus. Und selbst wenn Nachhaltigkeit nur ein Trend wäre, dann würde ich dies als nichts Negatives betrachten. Je mehr Menschen ihr Konsumverhalten und damit ihren Lebensstil ändern, egal aus welchen Gründen, desto besser für uns, für unsere Kinder und für die uns umgebende Natur.

Du hast eine ganz besondere Beziehung zu Lateinamerika, insbesondere zur Dominikanischen Republik. Was meinst du, werden sich nachhaltige Konzepte auch in Entwicklungsländern durchsetzen? Wie sind deine Erfahrungen, die du während deiner Auslandsaufenthalte sammeln konntest?

Entwicklungsländer müssen sich leider noch mit Problemen anderer Dimensionen konfrontieren, wie ein mangelhaftes Bildungssystem, Korruption etc. Es ist sehr traurig zu sagen, aber nach meinen Erfahrungen, ist es einfach so, dass wenn ein Mensch Hunger hat und jeden Tag um sein Existenz kämpft, er nicht richtig in der Lage ist an andere zu denken. Auch das Bildungsniveau trägt nicht dazu bei, dass Menschen anfangen, Müll zu sortieren oder bewusst auf Plastiktüten verzichten.

Dies hat oft die jeweilige Politik zu verschulden, die in erster Linie auf die eigene Bereicherung fokussiert ist. Zwischen diesen Bereichen gibt es starke Interdependenzen, die es nicht richtig ermöglichen, Nachhaltigkeit einzuführen. Aber ich muss sagen, in den letzten vier Jahren habe ich schon positive Veränderungen in der Dominikanischen Republik beobachtet. Es gibt immer mehr nachhaltige Lebensmittel. Es wurden zwei U-Bahn Linien gebaut, um die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu fördern und in diesem Jahr habe ich sogar immer mehr Menschen auf Fahrrädern in der Hauptstadt gesehen.

Wir müssen uns noch einer Sache bewusst sein. Diejenigen, die einen großen Anteil an Umweltschäden haben, sind häufig gerade Industrie- und Dienstleistungsländer, also Länder, in denen Luxusautos gefahren werden, jeden Tag Fleisch und importiertes Essen konsumiert wird, die Garderobe ständig durch neue ausgetauscht wird, wo Wasser nicht als solches wertgeschätzt wird und Häuser mit nicht erneubaren Energien beheizt werden. Deswegen ist es unsere Aufgabe und damit die Verantwortung der westlichen Länder, das Konzept einer nachhaltigen Entwicklung in verschiedene Lebensbereiche zu tragen.

Welche Erwartungen hast du an die nächsten 6 Monate bei Mama Ocllo?

Ich hoffe, dass ich in den nächsten 6 Monaten einen kleinen Beitrag zur Internationalisierung von Mama Ocllo leisten kann und dass ich dabei Spaß haben werde. Ich hoffe, dass wir, also Mama Ocllo und ich, in dieser Zeit viel lernen werden und dass diese Kooperation Früchte für beide Parteien trägt 🙂

Vielen Dank, liebe Magdalena. Wir freuen uns auf die Zeit mit dir!

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