Jedes Jahr am 28. und 29. Juli feiert man in Peru mit großer Begeisterung jenen Tag, an dem am 28.07.1821 die Unabhängigkeit Perus von der Spanischen Kolonialherrschaft erklärt wurde. Es wird der zahlreichen, meist aus dem Ausland stammenden, Männer und Frauen gedacht, die sich unerschrocken dem Spanischen Weltreich entgegenstellten.

Traditionelle Festlichkeiten

Bei den Feierlichkeiten anlässlich des Unabhängigkeitstags (Fiestas Patrias) handelt es sich um ein nationales Ereignis, sprich das gesamte Land nimmt daran teil! Für gewöhnlich werden sowohl der 28. als auch der 29. Juli zu Feiertagen erklärt. Und seit einigen Jahren kommt der öffentliche Sektor in den Genuss von Brückentagen, wenn der 28. günstig fällt. Viele Menschen nutzen die freien Tage um ihre Familien zu besuchen, in ihre Geburtsorte zu reisen, eines der vielen touristischen Angebote wahrzunehmen oder einfach mit der Familie die Ruhe Zuhause zu genießen.

Sämtliche Städte und Dörfer des Landes befinden sich zu dieser Zeit im Ausnahmezustand, überall wird ausgelassen gefeiert. Öffentliche Events verschmelzen mit traditionellen Tänzen, regionalen Speisen, Sprachen, Trachten, Umzügen und Märkten. Jede Stadt versucht den Besuchern und Touristen ihre jeweils beste Seite zu zeigen und es wird das Gefühl einer großen Einheit und Gemeinschaft spürbar.

Dabei darf die Ansprache des Präsidenten am 28. Juli im Kongress von Lima nicht fehlen. Das ganze Land ist live dabei, wenn seine Rede zur Lage der Nation und zur künftigen Politik ausgestrahlt wird.

Am 29. Juli findet dann die alljährliche Militärparade statt, zu der Infanterie, Marine und Luftwaffe aufmarschieren und ihre Verteidigungsbereitschaft demonstrieren. Aber auch Polizisten, Lehrer, Ärzte und Arbeiter aus anderen staatlichen Einrichtungen marschieren mit, um auf ihre wichtige Rolle in der Gesellschaft aufmerksam zu machen. Diese Art von Umzügen oder Märschen blickt auf eine lange Tradition in vielen lateinamerikanischen Ländern zurück und hat viele Militärdiktaturen in der Vergangenheit überdauert.

Eine kurze Reise in die Vergangenheit

Vizekönigreich Peru

Nachdem die spanischen Kolonialherren im Jahr 1532 das Reich der Inka erobert hatten, entstand das Vizekönigreich Peru, das von Panama bis nach Südargentinien reichte. Die folgenden 280 Jahre waren geprägt von Landraub, rücksichtsloser Ausbeutung der Ressourcen in den Anden, von der gnadenlosen Vorherrschaft der Spanier und der Versklavung der indigenen Bevölkerung. Außerdem schiffte man damals erstmals afrikanische Sklaven für die harte Arbeit auf den Zuckerplantagen an der Küste ein.

Während der Kolonialzeit entstanden ganz klar definierte Schichten: Spanier, Criollos (in Peru geborene Nachkommen von Spaniern), Mestizen (Mischlinge), Afrikaner und Indios. Neben den Kolonialherren spielten die zahlreichen katholischen Missionare eine nicht zu unterschätzende Rolle in der Aufrechterhaltung des Status Quo. Dass die Arbeit der Missionare fruchtete ist heute noch stark spürbar in Peru, denn der christliche Glaube wird dort teilweise stärker praktiziert als es in Europa der Fall.

Unabhängigkeit nach jahrhundertelanger Unterdrückung

Die Unabhängigkeitsbestrebungen kamen letztlich jedoch nicht aus dem Vizekönigreich selbst sondern vielmehr aus Europa und Nordamerika. Die Amerikanische Unabhängigkeit (1776) und die Französische Revolution (1789) bestärkten den gesamten Kontinent in dem Glauben, dass es dem Volk möglich sei, das Kolonialreich zu zerstören und damit die Freiheit zu erlangen. Nachdem Napoleon Bonaparte in Spanien einmarschiert war und seinen Bruder, José Bonaparte, 1808 als König eingesetzt hatte, glaubte man den Zeitpunkt zum Handeln gekommen.

Eine spanische Kolonie nach der anderen begann zu den Waffen zu greifen und sich gegen die Monarchie aufzulehnen. Hunderte von Kämpfe und Kriegen folgten, hunderttausende von amerikanischen Soldaten und Zivilisten opferten ihr Leben für ihr Ideal von Freiheit und Autonomie. Viele Soldaten machten sich einen Namen, werden noch heute als Helden verehrt und sind zu einem Teil der nationalen Identität vieler ehemaliger Kolonialländer geworden.

Die ersten Länder, die ihre Unabhängigkeit erlangten waren Ecuador (1809), Venezuela (1810) und Kolumbien (1811). Ihnen folgten Argentinien (1816), Chile (1818), Peru und Mexiko (1821) und schließlich Bolivien (1825).

Ein langer steiniger Weg

Rassismus und Armut als Erbe der Kolonialzeit

Das Ende der spanischen Kolonialherrschaft führte nicht automatisch zu besseren Lebensumständen für die indigene Bevölkerung und all die anderen ethischen Minderheiten in Lateinamerika. Im heutigen Peru, dem einstigen Zentrum des Inkareichs und später dem Mittelpunkt des spanischen Vizekönigreichs, ist Diskriminierung und Rassismus nach wie vor an der Tagesordnung.

Beinahe unverändert geblieben ist auch die traditionelle Konzentration von Macht und Reichtum auf die großen Küstenstädte und die Ausgrenzung und Armut in den Randgebieten, in den Anden und im Regenwald. Diese klare geographische Aufteilung ist kein Produkt des Zufalls, sondern ein Erbe aus der Kolonialzeit.

Mama Ocllo und der verborgene Reichtum Perus

Durch unsere Arbeit und unsere Produkte, versuchen wir mit Mama Ocllo einen positiven Beitrag zur Dezentralisierung von Peru zu leisten. Unsere bio-zertifizierte Pima– und Tangüisbaumwolle wird im Norden bzw. im Süden des Landes angebaut. Die Konfektionierung befindet sich aktuell noch in Lima, jedoch ist es unser langfristiges Ziel, die Produktion unserer Kleidung in die Randgebiete zu verlagern. Aktuell ist uns dies aufgrund der geringen Produktionsmengen nicht möglich. Ein erster Schritt in diese Richtung ist unsere Kooperation mit der Non-Profit-Organisation Manuela Ramos, die Frauen aus den Anden zu einem wertvollen Zusatzeinkommen verhilft. Gegenwärtig stricken die Frauen hochwertige Baby-Accessoires für Mama Ocllo. Unsere zauberhaften Fingerpuppen kennt ihr ja bereits. Im Herbst/Winter erwarten euch dann weitere Produkte.

Auch du kannst einen Teil zu einer positiven Entwicklung in Peru beitragen. Damit tust du nicht nur dem Andenstaat und seinen Bewohnern etwas Gutes, sondern auch deinem Baby!

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