Unser Mama Ocllo Baby macht sich am 14.3. zum ersten Mal auf die große Reise über den Atlantik. 16000 km, vom ländlichen frühlingshaften Bad Endorf ins turbulente spätsommerliche Lima, Peru. 16 aufregende Stunden Anreise, 3 spannende Wochen, nicht nur für Miguelito.

Reisen mit Baby: Vorbereitungen

Was sollte auf jeden Fall in den Koffer? Müssen Kinderwagen und Maxi Cosi mit an Bord? Welcher Sonnenschutz für zarte Babyhaut, welche Kleidung für die Wüstenstadt Lima?

Die erste große Reise mit einem 5 Monate alten Baby bereitet vielen jungen Eltern schlaflose Nächte, uns eingeschlossen. Großes Kopfzerbrechen, Fragen an die Kinderärztin, Ratschläge von der Hebamme, und dann letztlich doch ein möglichst minimalistischer Weg: besser weniger Gepäck und Ballast, dafür aber praktische und sinnvolle Utensilien.

Gerade mit unserem kleinen Miguelito – der mittlerweile gar nicht mehr so klein ist *:)* – durften wir immer wieder feststellen, dass wir damit am besten fahren. Besser weniger, dafür aber gute Kleidung und sinnvolles Spielzeug. Wir entschieden uns, nur das mitzunehmen, womit sich unser Baby am wohlsten fühlt, was sich gut für hohe Temperaturen eignet, sich einfach per Hand waschen lässt und an der Sonne schnell trocknet. Sperrige Dinge, wie Kinderwagen und Maxi Cosi, würden zu Hause bleiben, Manduca und Tragetuch sollten genügen.

Einmal davon abgesehen, dass Miguelito´s Garderobe auch in Deutschland überschaulich ist, wanderten nur ein paar ausgesuchte Lieblingsstücke in den Koffer. Neben unseren Bio Pima Basics (Schlupfhemden und Wickelbodies) und unseren leichten Hosen, durften ein Pima Baby Pullover, dünne Bio Söckchen, Sonnenhut und drei leichte Schlafanzüge ins Gepäck.

Als Sonnencreme für besonders sensible Haut wird uns Daylong Baby 30 empfohlen. Dann noch ein paar Pflegeprodukte, die in Peru schwer zu finden sind und zum schlafen unsere NONOMO Federwiege, die mittlerweile – nicht lachen *;)* – bei uns im hellen, gut durchlüfteten Einbauschrank an der Kleiderstange hängt. Natürlich mit unserem Baby!

Und zu guter Letzt Miguelito´s liebste Spielsachen: seine PEKIP Tast- und Spielkette, ein paar Fingerpuppen und Sophie, la Girafe.

Die Koffer für die große Reise gepackt, bleibt nun nur noch die Sorge um den langen Flug!

Erster Langstreckenflug mit Baby

Bei der Flugbuchung haben wir bewusst nach einem Angebot mit möglichst wenig Zwischenstopps Ausschau gehalten. Letztlich sind wir bei KLM gelandet. Ein Stopp in Amsterdam und dann direkt nach Lima. 15 Stunden Reisezeit ab München würden uns also bevorstehen.

Für einen Platz mit Babybett waren wir zu spät dran, was sich schließlich sogar als vorteilhaft herausstellte, da wir, dank der Bemühungen der Stewardess, letztlich eine komplette Dreierreihe für uns alleine hatten. Mit Nasenspray, voll bepackter Wickeltasche und einer Menge gut gemeinter Ratschläge als Wegbegleiter, fühlten wir uns für alle Eventualitäten während der Reise gerüstet.

Das Worst Case Szenario

Warum so viel Kopfzerbrechen?

Es ist wohl normal – zumindest in vielen Fällen -, dass sich junge Eltern vor neuen großen Herausforderungen mit Baby schnell einmal die schlimmsten Szenarien ausmalen. Zwar kennt man seinen Sprössling meist schon eine Weile, doch viele Situationen hat man noch nicht gemeinsam erlebt. Man weiß nicht, wie Baby auf Neues reagiert und man möchte vorbereitet sein.

Beim Fliegen könnten die Probleme bereits beim Starten beginnen. Baby weint, spürt die Zunahme an Höhenmetern und kämpft mit einem starken Druck auf den Ohren. Und/oder Baby weint viel während des Flugs und nichts scheint es zu beruhigen. Es ist nicht in seiner gewohnten Umgebung, langweilt sich, kann nicht richtig schlafen etc. Sicherlich haben viel von euch schon einmal die Erfahrung mit weinenden kleinen Mitreisenden gehabt, seien es die eigenen oder fremde. Und dies kann, ob man will oder nicht, vor allem bei langen Reisen ganz schön an den Nerven zerren.

Sieht man sich bereits bei der Reise zum Zielort mit diesen scheinbar unüberwindbaren Herausforderungen konfrontiert, wird man beim Rückflug erneut nervös in den Flieger steigen, was sich automatisch auf das Baby überträgt und so landet man in einem Teufelskreis.

Mein Tipp wenn ihr als Elternpaar mit eurem Baby verreist. Überlasst das Tragen eures Baby´s, v.a. zu Reisebeginn, dem Elternteil, der grundsätzlich die stärkeren Nerven hat. In unserem Fall durfte Miguelito bei Papa in der Manduca sitzen und bekam somit nicht Mama´s Nerviösität zu spüren, als wir bsp. den niemals zu enden scheinenden Flughaften von Amsterdam im Eiltempo durchqueren mussten, um unseren Anschlussflug nicht zu verpassen.

Entspannter Flug mit zufriedenem Baby

Nachdem das Worst Case Szenario bei uns zum Glück nicht eingetroffen ist, hat sich einmal wieder bestätigt, dass man sich viel zu häufig ganz umsonst verrückt macht.

Mit einem neugierig lächelnden Miguelito stiegen wir in den Flieger, die Stewardess bemühte sich darum, die Sitzordnung so zu verändern, dass wir eine Dreierreihe ganz für uns alleine hatten und für unser Baby begann eine spannende Reise in seine zweite Heimat, Peru.

Stundenlang lachte und spielte Miguelito, flirtete mit den Passagieren und schlief in regelmäßigen Abständen in meinen Armen ein. Start und Landung hat er ebenfalls verschlafen und dies beinahe zu meiner Enttäuschung, da ich ja schließlich darauf vorbereitet war, den Kleinen, wie empfohlen, anzulegen, damit es keine Schwierigkeiten beim Druckausgleich gibt.

Erholt und nach Plan sind wir gegen 19:30 Uhr in Lima, Peru´s Hauptstadt, gelandet und wurden dort voller Vorfreude von unserer Familie empfangen.

Baby und Jetlag

Bekommen Baby´s ein Jetlag, sprich, spüren auch unsere Kleinsten die Zeitverschiebung?

Wir hatten gelesen, dass Babys sich schneller an eine andere Zeitzone gewöhnen würden wie Erwachsene. Hm, bei uns war es genau anders herum. Gustavo und ich passten uns sofort an die 6 Stunden Zeitverschiebung an. Miguelito hingegen brauchte etwa 2 Tage dafür. Die ersten beiden Nächte also stand zwischen 4 und 6 Uhr früh Spielen auf dem Plan. Wir fügten uns geduldig, packten Baby´s Spielfreunde aus und wanderte, Miguelito im Tragetuch, auf der Dachterrasse auf und ab, bis unserem Kleinen dann letztlich doch wieder die Äuglein zufielen.

Tagsüber waren es dann wohl die Hitze, die Zeitverschiebung und die vielen neuen Eindrücke, die ihn regelmäßig in das Land der Träume versetzten. Mittlerweile scheint er seinen alten Rhythmus wieder gefunden zu haben, und so schlummert er zwischen 19 und 20 Uhr, wie gerade eben auch, friedlich in seiner Federwiege, bis ihn der Hunger weckt.

Ein neues Freiheitsgefühl: barfuß die Welt entdecken

Und wie bekommt unserem Baby Peru?

Also sein permanentes Strahlen lässt darauf schließen, dass er sich hier rundum wohl fühlt. Das erste Mal darf er entweder nur in seiner Windel oder in einem leichten Pima Body mit Short darüber durch das Haus robben und rollen.

Zurück zu Miguelito. Könnt ihr euch vorstellen, wie toll es sich anfühlen muss, wenn Baby erstmals mit nackten Füßen die Welt erkunden darf? Quietschend ertastet Miguel Wandfließen, Holzböden und Mauerwerk. Vor allem die kühlen Fließen haben es ihm bei der Hitze angetan. Wenig Kleidung bedeutet auch weniger Wäsche waschen.

Eine gute Gelegenheit, um Miguelito langsam an seine erste Beikost heranzuführen. Die Baby Banane macht den Anfang und scheint zu schmecken.

Einzig die Hitze setzt unserem Baby zeitweise zu. Dann heißt es ein kühles Plätzchen zu finden, wo zumindest eine Brise Wind bläst und die Füßchen ab und an in ein bisschen Wasser stecken.

Was das Mama Ocllo Team kommende Woche erwartet

Noch zwei weitere Wochen erwarten uns in der Wüstenstadt. Unsere erste Woche galt in erster Linie der Eingewöhnung und der Familie, kommende Woche wird sich dann Mama Ocllo zurückmelden. Denn dann sind Lieferantenbesuche geplant.

Wir werden uns mit den Frauen der Non-Profit-Organisation Manuela Ramos, die bsp. unsere hübschen Bio Hasen stricken, sowie mit unseren Produzenten von Babybekleidung treffen. Ein Wiedersehen, auf das wir uns schon lange freuen.

Auch werden wir Gelegenheit haben, neue Projekte mit unseren Coaches der Pontificia Universidad Católica del Perú zu besprechen und zu planen.

Wir werden euch weiterhin auf dem Laufenden halten! Sonnige Grüße aus Lima

3 Kommentare zu “Reise ins Produktionsland Peru: erstmals mit Baby

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.