Tierische Seide galt einst als wertvollstes Handelsgut. Aber auch vegane Seide (Pima Baumwolle) zählt seit vielen Jahrtausend Jahren zu den Kostbarkeiten auf unserem Planeten. Wir schenken euch exklusive Einblicke in die Geschichte dieses Schatzes.

Tierische Seide: lange Zeit so kostbar wie Gold

Die Seidenstraße galt lange Zeit als Bindeglied zwischen der östlichen und westlichen Welt. Als wichtigste Handelsware gelangte die Seide Chinas über lange Karawanenwege in den Mittelmeerraum, wo sie als Luxusfaser die Herzen von Monarchen und Adeligen im Sturm eroberte. Wertmäßig wurde Chinaseide mit dem Edelmetall Gold gleichgestellt. 1kg Seide wurde also gegen 1kg Gold eingetauscht.

Um den Ursprung der kostbaren Faser ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden. Dies machte die Seide auch so kostbar. Ein Mythos erzählt von einer chinesischen Kaiserin, die im 3. Jahrtausend v. Chr. Seidenkokons in ihrem Garten entdeckte und daraus Fäden spinnen ließ. Mit der Entdeckung der Kaiserin soll die Zucht von Seidenraupen ihren Anfang genommen haben. Doch weiß man, dass es schon 2000 Jahre zuvor seidene Stoffe gegeben hatte.

Viele Jahrhunderte später fanden auch die Griechen und Römer Wege, Seidenfasern zu kultivieren. Jedoch konnte die europäische Seide in Weichheit und Feinheit keineswegs mit den kostbaren Garnen und Stoffen Chinas mithalten.

Und auch wenn es mittlerweile viele synthetische Fasern auf dem Markt gibt, die versuchen, Alternativen zu tierischer Seide zu bieten, bleibt das Garn, das aus den Kokons von Seidenraupen gesponnen wird, unübertroffen in Feinheit und Tragegefühl.

Nur eine Naturfaser vermag es, durch beinahe identische haptische und thermische Eigenschaften der Kostbarkeit aus dem Reich der Mitte den Rang abzulaufen; nämlich Perus vegane Seide, die seltene Pima Baumwolle.

Vegane Seide: Peruanische Pima, Giza und US Pima Cotton

Pima Baumwolle ist so weich, so atmungsaktiv und temperaturausgleichend wie Seide. Man erkennt sie an der seidenweichen Haptik und an ihrem natürlichen Glanz.

Und Pima Baumwolle hat ihren Ursprung in Peru, in der nativen farbigen Baumwolle der Art Gossypium barbadense. Im 19. Jahrhundert gelangt die peruanisch native Baumwolle über den Atlantik ins ferne Ägypten, wo die klimatischen Bedingungen des Niltals ideale Bedingungen für den Anbau schufen. Mit der sog. Mitafifi Faser verfügte Ägypten erstmals über eine eigene Baumwolle.

Im Nildelta entstand jedoch nicht irgendeine Baumwolle, vielmehr wurden dort die feinsten und kostbarsten Naturfasern geerntet, die man bis dato auf dem Markt kannte. Ägypten war sich dieses Schatzes durchaus bewusst und deklarierte die einst peruanische nun als ägyptische Baumwolle unter der Bezeichnung Giza.

Doch wie das Leben häufig spielt, findet Vieles früher oder später zurück zu seinem Ursprung. So auch die peruanische Gossypium barbadense, nun aber mit längeren und v.a. zart weißen Fasern.

Von Ägypten reiste die extra langfaserige weiße Luxusbaumwolle in die USA, nach Arizona, wo sie ab 1910 in den Tälern Pima und Yuma kultiviert wurde. Der Begriff Pima geht übrigens auf die Pima Indianer zurück, die die Naturfaser säten und ernteten.

Zwischen 1918 und 1922 setze die US Pima ihre Reise in den Süden fort, und ließ sich in den fruchtbaren Tälern der peruanischen Region Piura nieder. Und dort wächst sie noch heute, unter idealen Bedingungen und zumeist in Bio Qualität.

Peruanische Pima oder ägyptische Giza Baumwolle

Noch heute streiten sich die Meinungen darum, welche Naturfaser nun die kostbarere sei, die peruanische Pima oder die äpyptische Giza Baumwolle.

Fest steht, dass weder die eine noch die andere an Feinheit und Weichheit übertroffen werden. Die Fasern sind extra lang, dadurch weicher, atmungsaktiver und langlebiger als Arten mit kürzeren Faserlängen. Die Anbaubedingungen im Nildelta aber auch in Nordperu sind optimal für die Kultivierung von veganer Seide.

Unterschiede resultieren allenfalls durch den Einsatz von bzw. Verzicht auf Chemie während des Anbaus. Denn Pestizide und Insektizide greifen die Fasern an und es kommt zu Qualitätseinbußen.

Auch fällt natürlich jede Ernte etwas anders aus. Doch grundsätzlich kann man sich der einzigartigen Qualität beider Baumwollarten sicher sein. Auch US Pima bietet übrigens ein sehr angenehmes Taktgefühl, wenn auch die Fasern etwas kürzer sind.

US Pima wird großflächig in den USA angebaut, peruanische und ägyptische Extra Long Staple Baumwolle ist hingegen nur in limitierter Menge vorhanden. Nicht selten ist daher die Nachfrage größer als das Angebot.

In Kürze: Video mit Insiderinformationen zum Thema peruanisch native Baumwolle

In Kürze werden wir übrigens ein Video veröffentlichen, das wir gemeinsam mit Patricia Ocampo und Roger Peter – beides Experten im Thema native peruanische Baumwolle – in Peru aufgenommen haben. Dort werdet ihr sehr wertvolle Informationen rund um unsere Naturfasern bekommen. Als Quelle dieses Artikel möchte ich übrigens unsere Freunden aus der peruanischen Baumwollforschung, Patricia und Roger, nennen. Denn all diese Informationen findet man nicht beim Googlen durch das World Wide Web 🙂

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