Auf der ganzen Welt setzt sich eine neue Haltung durch: die Beachtung der Nachhaltigkeit. Geht man von Deutschland aus, ist die Besteuerung von Benzin bei gleichzeitiger Förderung der „regenerativen“ Energien (Wind, Wasser, Sonne) in aller Munde. Von den USA aus verbreitet sich seit vielen Jahren der Trend zur Wellness, der Vorsorge und Pflege des eigenen Körpers. Auf politischer Ebene wurden Umweltschutzgedanken zur globalen Erwärmung und anderen Themen auf die Agenda gesetzt und grüne Parteien gegründet.

Erwachsene auf der ganzen Welt haben also die Nachhaltigkeit im Hinterkopf. Doch die Kleinsten können noch nicht so eigenständig denken und handeln. Was können verantwortungsbewusste Eltern tun, um beim Aufwachsen ihrer Kinder der Nachhaltigkeit Rechnung zu tragen?

Welche Bestandteile von Nachhaltigkeit finden sich im Alltag von Familien?

Egal, was und wo heutzutage aus welchen Materialien auch immer produziert und daraufhin von Menschen verbraucht wird: Es ist möglich, dabei auf Nachhaltigkeit zu achten. So sollten naturbelassene Rohstoffe verwendet werden, welche weder durch chemische Düngung noch Abholzungen sonstige Verunreinigungen der Natur gewonnen wurden. Handelt es sich um Tiere, sollten diese artgerecht und biologisch gehalten werden.

Auch alle Menschen, die bei der darauf erfolgenden Verarbeitung der Rohstoffe tätig sind, sollten keine gesundheitlichen Schäden erleiden oder lebensgefährlichen Risiken ausgesetzt sein, nur um dem Profit einiger weniger Verantwortlicher zu dienen. Vielmehr sollten sie unter gesetzlich fixierten, fairen Arbeitsbedingungen für eine menschenwürdige Bezahlung Produkte herstellen, welche keine Schadstoffe enthalten.

Kleidung

All dies klingt zunächst für verantwortungsbewusste Eltern vielleicht relativ gut, jedoch sehr theoretisch. Wenn sie für ihr Kind sorgen, können sie jedoch bei vielen konkreten Alltagssituationen auf Nachhaltigkeit achten und so schädliche Einflüsse aller Art vermeiden.

Im Laufe ihres Wachstums benötigen Kinder zunächst Strampler, Overalls, Erstlingssets, Unterzieher oder Schlafsäcke. Hierbei sollten Eltern auf Wolle oder Baumwolle aus biologischem Anbau achten. Hochwertige Materialien wie Seide oder Kaschmir können ebenfalls genutzt werden. Ein kleiner Anteil von Elasthan ist sinnvoll, um die Dehnbarkeit der Textilien zu sichern. Aufgrund der noch nicht wie bei Erwachsenen funktionierenden Temperaturregulierung müssen die Materialien insbesondere im Sommer leicht und atmungsaktiv sein. Die schnell wachsenden Kinder können auch Second-Hand-Kleidung von Brüdern, Freunden oder aus Tauschbörsen auftragen – so können Eltern auch Geld sparen.

Ökologische Zertifikate

Verschiedene Zertifikate geben Eltern eine Orientierung, ob die Nachhaltigkeit bei der Kleidung, der Nahrung, den Möbeln und anderen Produkten für Babys und für Kleinkinder gegeben ist. FairTrade bezieht sich beispielsweise auf die Produktionsbedingungen. Speziell bei Kleidern sind ÖkoTex 100 und der Global Organic Textile Standard (GOTS) zu nennen. So kommen weder bei der Ernte der Fasern wie auch bei der Produktion keine Schadstoffe in die Kleidung. Das europäische BiO-Siegel gilt nicht nur für Kleidung, sondern für Lebensmittel. KbA ist eine deutsche Zertifizierung, die bedeutet, dass das Produkt aus kontrolliert biologischem Anbau stammt.

Accessoires und Schulbedarf

Spätestens zur Einschulung, meist jedoch schon im Kindergarten oder für Reisen benötigen Kinder nicht nur Kleidung und weitere Textilien, sondern auch Rucksäcke, Taschen oder Ranzen. Zwar schreibt die Norm 58124 eine ergonomische, wasserdichte, sichere (fluoreszierende und reflektierende) Gestaltung der Tornister vor. Die Umweltfreundlichkeit ist dabei aber nicht garantiert. Einen neuen Weg, mit den Massen von Müll auf unserem Planeten sinnvoll umzugehen, sind die nachhaltig produzierten Ergobags bzw. Ergolinos. Diese Schulranzen bzw. Kindergartenrucksäcke werden komplett aus recycelten PET (=Polyethylenterephtalat)-Flaschen hergestellt. So wird die Umwelt geschützt und die Kinder ziehen Nutzen daraus.

Abschließende Hinweise

Dass Bioprodukte gesünder sind und nachhaltiger hergestellt werden als andere Lebensmittel, ist den meisten Deutschen mittlerweile klar geworden. Weitere Argumente liefert beispielsweise das Infoportal Familie.de.

Bio-Gemüse ist länger haltbar und enthält keine Schadstoffe. Dies kann bei importierten Waren aufgrund der unübersichtlichen Lieferkette der Fall sein. Am besten ist es daher, wenn möglich auf lokal produzierte Produkte zurückzugreifen. Als letztes sei erwähnt, dass biologisch hergestellte Lebensmittel meist mehr Aroma haben – sie schmecken also nicht nur Kindern, sondern auch den Eltern einfach besser!

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