Meine Tochter ist mittlerweile fast vier Jahre alt – sie kann schon mein Radio und den CD-Spieler bedienen, allein aufs Klo gehen und sich in beeindruckender Weise in der Vergangenheitsform ausdrücken. Es ist offensichtlich: sie ist kein Baby mehr und wächst schneller als mir lieb ist aus dem Kleinkindalter heraus. Morgens entscheidet sie auch mal gern, ob sie den gelben oder den grünen Pullover anziehen wird und ob sie die blaue Jeans oder den roten Rock dazu passend findet. Nur das Anziehen, ja dafür sind noch Mama und Papa zuständig.

Baby- und Kinderhaut unterscheidet sich von Erwachsenenhaut

Wenn ich meine Tochter morgens anziehe, finde ich es immer wieder erstaunlich, wie weich, rein und ebenmäßig ihre Haut ist. Es scheint, als hätte sich ihre Haut seit dem Babyalter nur langsam verändert. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie unglaublich zart und weich ihre Haut als Baby war, aber auch wie empfindlich. Gerade Strumpfhosen aus herkömmlicher Baumwolle führten immer wieder zu Hautreizungen und Rötungen.

Dies ist aber nicht besonders verwunderlich. Denn leider fehlt der Haut von Babies und Kleinkindern noch wesentliche Schutzfunktionen, wie der Biologe weiß. Die menschliche Hautschicht setzt sich aus drei Schichten zusammen, nämlich der Unterhaut (Subcutis), der Lederhaut (Dermis) und der Oberhaut (Epidermis). Die Oberhaut besteht dabei aus Hautzellen, die durch Hornfette (Lipide) zusammengehalten werden („verhornen“) und die eigentliche Schutzhülle zur Außenwelt darstellen. Aus diesem Grund wird die Oberhaut auch als Hornschicht bezeichnet. Sie wirkt wie eine Barriere, die vor Umwelteinflüssen schützt. Auf der Oberhaut befindet sich darüber hinaus ein dünner und leicht saurer Wasser-Fett-Film, der auch Säuremantel genannt wird. Dieser trägt wesentlich zur Abwehr von schädlichen Keimen bei und bewahrt die Haut vor Austrocknung.

Diese Schutzfunktionen müssen bei Babies, bzw. Kleinkindern erst reifen. Bis in das zweite Lebensjahr hinein, unterscheidet sich die Baby- und Kinderhaut noch deutlich von Erwachsenenhaut. Sie ist 3-5 mal dünner und die Hornschicht und der Säuremantel sind noch nicht (vollständig) entwickelt. Aus diesem Grund ist die Haut noch viel durchlässiger, so dass sie anfälliger gegen äußere Reize ist und Krankheitserreger, Schadstoffe und Keime leichter eindringen können.

Baby- und Kinderhaut reagiert besonders sensibel auf Kleidung

So wird klar, dass Baby- und Kinderhaut auch besonders sensibel auf die Kleidung reagiert, in die sie gehüllt wird. Als verantwortungsvoller Vater und Nachhaltigkeitsbeauftrager bei Monagoo – einem Online-Shop für ökologische und fair produzierte Produkte – mache ich mir seit der Geburt meiner Tochter Gedanken über Kleidung. Denn herkömmlich produzierte Kleidung steckt nicht selten voller chemischer Textilgifte.

Chemische Restbestände in Textilien können Hautirritationen auslösen

Was unsere heutige Kleidung weich, pflegeleicht, knitterarm und formstabil macht, stammt in den allermeisten Fällen aus dem Chemielabor und ist nicht gerade gesund für Mensch und Umwelt. Sogenannte „textile Ausrüststoffe“, wie z.B. Formaldehyd, welches Textilfasern knitterfrei macht, aber auch der Formaldehyd-Ersatzstoff Glyoxal bleiben oftmals als Restbestände in Textilien haften und können zu Juckreizen, Hautausschlägen, und Allergien führen. In der weltweiten, industriellen Textilfärbung werden auch immer noch Azofarbstoffe eingesetzt, die zwar kostengünstig sind und brilliante und gleichzeitig stabile Färbungen erzeugen, allerdings vom Menschen über die Haut aufgenommen werden können und gesundheitsschädlich wirken können. Viele Azofarben basieren auf der krebserregenden Teefarbstoffgruppe Anilin. Auch die in Azofarben enthaltenen und vom Körper freisetzbaren Amine sind karzinogen, und wirken allergen. Unter den rund 2000 bekannten Azofarben sind mindestens 500 riskant.

Babies und Kinder, deren Haut im Wachstum noch besonders durchlässig ist, sind besonders von Textilgiften bedroht und erfordern also besonderer Aufmerksamkeit. Zum Glück gibt es ökologische Bekleidungshersteller wie Mama Ocllo, die unbedenkliche Babybekleidung aus Bio-Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau herstellen. Hier werden die Baumwoll-Pflanzen nicht mit giftigen Pestiziden gespritzt und es kommt weitaus weniger – und wenn dann unbedenkliche – Chemie in der Textilherstellung zum Einsatz.

„Saubere“ und damit giftfreie Kleidung für sensible Baby- und Kinderhaut

Zu meiner Aufgabe als Nachhaltigkeitsbeauftragter bei Monagoo gehört es auch, die Nachhaltigkeitsgrundsätze von Monagoo zu definieren und weiterzuentwickeln. Sie bilden verbindliche ökologische und soziale Anforderungen an alle Hersteller, die mit Monagoo zusammenarbeiten und über unseren Shop verkaufen. Formaldehyd, Azofarbstoffe, halogenierte Kohlenwasserstoffe, Chlorphenol-Verbindungen, Phtalate und Parabene und eine ganze Reihe anderer bedenklicher Chemikalien habe ich bezüglich der Textilherstellung ausgeschlossen – genauso wie der Einsatz von herkömmlicher, pestizid-intensiver und womöglich genmanipulierter Baumwolle. Nur auf diese Weise können wir sicherstellen, dass unsere Kleidung sauber und haut- und umweltfreundlich produziert wird und wir unsere Babies und Kinder bedenkenlos einkleiden können – zum Beispiel mit den tollen Stramplern von Mama Ocllo.

Nachhaltiges Lagersystem als Schutz vor Kontamination

Aber auch die Lagerung und der Transport von ökologisch hergestellter Baby- und Kinderbekleidung muss sorgfältig geplant sein. Pentachlorphenol (PCP) wird beispielsweise in der herkömmlichen Textilindustrie als Textilschutz eingesetzt, damit Kleidung nicht von Schimmelpilzen befallen wird. PCP kann aber nicht nur Chlorakne und Nervenschäden hervorrufen, es gilt auch als krebserregend. Somit ist darauf zu achten, dass ökologische Kleidung nicht durch unfachmännischen Transport und Lagerung durch herkömmliche Kleidung kontaminiert wird. Auch aus diesem Grund wollen wir von Monagoo unser eigenes nachhaltiges Lagersystem aufbauen.

Meine Tochter profitiert selbstverständlich von meiner Arbeit als Nachhaltigkeitsbeauftragter. Ihre Hautrötungen traten nach dem Wechsel auf ökologisch hergestellte Strumpfhosen aus Bio-Baumwolle nicht mehr auf. Morgens entscheidet sie ja mittlerweile gern, ob sie den gelben oder den grünen Pullover anziehen wird und ob sie die blaue Jeans oder den roten Rock dazu passend findet. Solange ihre Kleidung „sauber“ ist, kann sie von mir aus anziehen, was sie will.

Zum Abschluss noch ein paar Worte von Mama Ocllo

Wir finden Monagoo klasse. Und dass hinter Monagoo, dem Nachhaltigkeitskaufhaus, nicht nur „Bla, Bla“ steht, dürfte durch diesen informativen Artikel deutlich geworden sein. Danke, lieber Linus, für diesen wertvollen Beitrag.

Vor einigen Monaten durften wir selbst erfahren, wie es sich anfühlt, vom Nachhaltigkeitsbeauftragten bis auf die Knochen ausgezogen zu werden. Angefangen beim Baumwollanbau, über unsere Produktionsbedingungen bis hin zu unseren Wertvorstellungen, wir wurde gelöchert, bis sämtliche Frage des Nachhaltigkeitskatalogs beanwortet waren. Und dann wurden unsere Produkte selbst noch vom Expertenteam in Augenschein und sogar vor die Kamera genommen. Uff, da war uns doch etwas mulmig zumute. Denn so genau waren wir bis dato nicht inspiziert worden.

Wir haben grünes Licht bekommen und durften in Monagoo einziehen. Und mit uns viele fantastische Marken, die wie wir Wert auf nachhaltige Produkte legen und bereit sind, ihre Produktionskette transparent zu machen.

Vor kurzem nun hatten wir ein sehr informatives Gespräch mit Holger auf dem Münchner Heldenmarkt. Der Gründer von Monagoo hat uns nochmal ganz in Ruhe die Idee eines nachhaltigen Lagersystems erklärt, das eine wahre Bereicherung für die vielen kleinen grünen Labels darstellen würde. Allerdings kostet die Umsetzung eine Stange Geld. Damit künftig auch andere kleine nachhaltige Labels bei Monagoo aufgenommen werden können und diese im besten Fall in den Genuss einer nachhaltigen Lagerhaltung kommen, läuft aktuell eine sehr schöne Crowdfounding Kampagne. Ihr wisst was das ist?

Ihr unterstützt Monagoo mit 5€, 50€ oder auch 500€, bekommt dafür ein nettes Präsent und könnt mit gutem Gewissen sagen, dass ihr euren Teil dazu beigetragen habt, unseren Planeten wieder etwas grüner zu machen.

Und hier geht´s zur Kampagne: https://socialimpactfinance.startnext.com/monagoo

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