Die „Hüter der Erde“ nennen sich die kolumbianischen Kogi-Indianer. Vor einigen Jahren sind sie aufgebrochen, um uns am Beispiel des Kaffees zu zeigen, wie man im Einklang mit der Natur leben kann ohne sie auszubeuten.

Ein Kaffee, der Herzen erobert und Lebensräume sichert

Vor längerer Zeit bin ich zufällig über einen Bericht auf Oliver Driver und sein wundervolles Projekt in Kolumbien aufmerksam geworden: nachhaltig gewonnener Hochland Kaffee aus Kolumbien und dann noch in Verbindung mit einem indigenen Volk, das alles daran setzt, seine Identität und seinen Lebensraum zu bewahren.

Das Thema Kaffee begleitet mich schon seit längerem und dies nicht nur beim Frühstück. Im Jahr 2011 kam ich das erstmals in direkten Kontakt mit Kaffeebauern in Südamerika. Damals besuchte ich im Auftrag meines damaligen Arbeitgebers in Nicaragua Anbaugebiete von Bio-Kaffee und trat in direkten Kontakt mit den Kaffeebauern- und Röstern. Mit dieser Erfahrung hat die Kaffeebohne einen ganz anderen Wert für mich bekommen. Ich habe mit eigenen Augen die viele Arbeit und die Menschen gesehen, die sich hinter jeder Kaffeebohne verbergen.

Daher ist mir auch bewusst, welch wertvolle Arbeit die Kogi Indianer in Kolumbien leisten, indem sie ihren wild wachsenen Kaffee hüten, per Hand ernten, um letztlich das mühsam erwirtschaftete Geld in den Erhalt oder gar Rückkauf ihres natürlichen Lebensraums investieren.

Oliver Driver, europäischer Repräsentant der Kogi Indianer, folgte einst den Pfaden, die ihn zu den etwas abseits gelegenen Kogi führten. Vermutlich konnte er zum damaligen Zeitpunkt nicht im erahnen, welch wichtige Mission ihm wenig später auferlegt werden würde. Erfahrt in einem spannenden Bericht, welches Projekt sich hinter Kogi Café verbirgt und welche Rolle Oliver Driver dabei spielt.

Hochland Kaffee aus Kolumbien

Zhigoneshi | das Gleichgewicht

Zhigoneshi – Du hilfst mir und ich helfe Dir, ich gebe Dir und Du gibst mir. Dieses Prinzip der Gemeinschaft bestimmt das Leben der im Norden Kolumbiens sehr zurückgezogen lebenden Kogi-Indianer. Immer haben sie das Gleichgewicht der Dinge im Auge. Man entnimmt der Natur nicht einfach etwas, ohne dass man ihr auch etwas zurückgibt. Es geht dabei nicht um ein Geschäft und eine Art von Bezahlung, sondern um Dankbarkeit, Anerkennung und Würdigung des Gebenden.

Hochland Kaffee aus KolumbienHochland Kaffee aus Kolumbien (2)

Das Projekt CAFÉ KOGI

Der Coach und Autor Oliver Driver lernte die Kogi 2013 kennen und als er sie in den Bergen der Sierra Nevada de Santa Marta besuchte, beschloss die Versammlung der Ältesten, mit ihm das Projekt CAFÉ KOGI zu verwirklichen. Die Kogi haben in den Hochlagen der Sierra wild wachsenden Kaffee in ihren Wäldern, den sie ernten. Ganz ohne den Einsatz von Düngern oder Pestiziden ernten sie einen bereits von Kennern geschätzten reinen Arabica-Kaffee. Das Projekt beinhaltet, dass Driver die Botschaft der Kogi über die Kaffeebohnen bei uns verbreitet. Jede Kaffeebohne, jede Tasse Hochland Kaffee, soll uns hier in Europa mit den weit entfernten Kogi verbinden. Gemeinsam mit uns wollen sie die Erde retten.

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Heilige Stätten mit Hochland Kaffee zurückkaufen

Mit den Einnahmen aus dem Verkauf von Hochland Kaffee kaufen sie Land – insbesondere heilige Stätten – zurück, die ihnen vor langer Zeit geraubt wurden. Die Kogi-Indianer sind eines der letzten Völker dieser Erde, das sich seine ursprüngliche Kultur erhalten konnte, indem sie sich auch heute noch radikal nach außen abschotten. Driver entschied sich, dieses Volk dabei zu unterstützen: „Ich habe gespürt, dass ich in meiner Arbeit mit den Kogi viel mehr für die Erde bewirke kann, als durch die Arbeit mit einzelnen Klienten. Die Zerstörung der Erde schreitet so schnell voran, dass wir alle gut daran tun, uns nicht mehr länger um uns selbst zu drehen, sondern die Erde zu schützen.“ Er ist überzeugt davon, dass die Kogi Fähigkeiten haben, die wir seit langem verlernt haben. Sieht man das Tempo, mit denen sich die Natur dort erholt, wo die Kogi Land zurückbekommen haben, so scheint die spirituelle Arbeit an den heiligen Stätten etwas zu bewirken.

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Die Botschaft

Ihre Botschaft und Bitte ist: „Wir sind da, um dieses Gebirge, die Sierra, unsere Heimat, zu beschützen, denn so beschützen wir die Erde und die Welt. Alle Gebirge liegen im Sterben, denn der Kleine Bruder zerstört sie, indem er Kohle und Öl daraus hervorholt und die Erde überwärmt. Wir sind dafür nicht verantwortlich, aber wir leiden darunter. Wir sind die Großen Brüder, es liegt in unserer Verantwortung, über die Erde und die Welt zu wachen. Wir müssen das Gleichgewicht bewahren, und wir führen dafür die ganze spirituelle und geistige Arbeit aus. Wir sind traurig, zu sehen, dass nicht alle Menschengruppen das tun, was sie tun sollten, um die Erde zu achten. Wir brauchen den Kleinen Bruder, damit er uns hilft. Ihr müsst die Erde und die Welt verstehen lernen. Der Kleine Bruder muss uns helfen, unsere Erde wieder zurückzuerhalten. Helft uns, das Herz der Welt (die Sierra) zu schützen!“

Leicht mag man angesichts der malerischen Fotos an den edlen Wilden denken. Das sind die Kogi nicht, sie sind ein geistig hoch entwickeltes Volk, das andere Schwerpunkte für seine Welt gewählt hat. Ihre Vision eines erfüllten Lebens ist nicht die unsrige. Sie wollen nicht so werden wie wir, sie wollen all unsere Errungenschaften nicht. Manchmal würden sie am liebsten einen Zaun um ihr Gebirge ziehen.

Und dennoch sind sie aufgebrochen und senden uns ihre Botschafter, sprechen zu uns und hoffen, dass wir sie verstehen. Denn sonst werden wir unseren Enkeln und Urenkeln keine Lebenswerte Erde mehr hinterlassen können.

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Oliver Driver, Jahrgang 1963, ist Geschäftsführer der URWALDKAFFEE GmbH, Bauingenieur, Coach und Autor. Nach einer Karriere in der Immobilienwirtschaft und anschließender Tätigkeit als Coach, setzt er seit 2013 all seine Energie in das Projekt CAFÉ KOGI, da ihn die Weisheit und Zielstrebigkeit der Kogi begeistert hat.

Mehr über Café Kogi und die Kogi selbst erfahrt ihr hier: Urwaldkaffee

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