Neben der Bestimmung von Blutgruppe und Rhesusfaktor zählt der Röteln-Antikörpertest zur Vorsorgeuntersuchung einer jeden Schwangerschaft. Denn Röteln stellt eine große Gefahr für das Ungeborene Kind dar.

Röteln | Eine Gefahr für dein Baby

Den Mutterpass verstehen - Der Röteln-Antikörpertest
Den Mutterpass verstehen: Der Röteln-Antikörpertest

Röteln (med. Rubella) zählt zu den hoch ansteckenden Infektionskrankheiten. Ausgelöst durch Viren reicht jedoch eine einmalige Infektion, um für den Rest des Lebens gegen Röteln immun zu sein. Röteln ist eine klassische Kinderkrankheit und eine Impfung wird von Kinderärzten empfohlen.

Eine Röteln-Infektion bei Kindern verläuft meist harmlos. Steckt sich jedoch eine schwangere Frau mit dem Virus an, kann dies schlimme Folgen für das Ungeborene haben; darunter Missbildungen, Fehl- oder Frühgeburten.

Übertragen werden die Rötelnviren übrigens über Tröpfcheninfektion, das heißt über Husten, Küsse und Niesen. Einmal infiziert, kann der Virus über das Blut der Mutter auf das ungeborene Baby übergehen. Da ein Impfschutz gegen Röteln zwar empfohlen wird, nicht aber verpflichtend ist, sollte man während der Schwangerschaft Kindergärten und Schulen meiden, bei denen Fälle von Röteln aufgetreten sind. Im Normalfall informieren die Einrichtungen über Röteln-Erkrankungen, sobald bekannt wird, dass der Virus umgeht.

Der Röteln-Antikörpertest

Um eine Gefahr für das ungeborene Baby durch eine Rötelninfektion ausschließen zu können, wird der Röteln-Antikörpertest im Zuge der Vorsorge einer jeden Schwangerschaft durchgeführt. Immun ist eine Frau dann, wenn sie entweder bereits eine Rötelninfektion durchgemacht hat oder über den notwendigen Impfschutz verfügt.

Allerdings ist eine vollständige Immunität erst mit der zweiten Röteln-Impfung garantiert. In diesem Fall werdet ihr in eurem Mutterpass ein Kreuzchen im Feld JA unter Röteln-Impfung finden. Können die beiden Impfungen anhand eures Impfpasses nicht nachgewiesen werden, so gibt der Röteln-Antikörpertest Auskunft für die Wahrscheinlichkeit einer Immunität.

Mithilfe eines Bluttests wird überprüft, ob bei der schwangeren Frau Antikörper gegen die Rötelnviren vorhanden sind. Im Mutterpass werdet ihr dazu folgende Angaben und Werte finden:

  • Der Test fällt negativ aus: es liegen keine Antikörper vor, d.h. eine Immunität gegen den Virus ist nicht vorhanden. Während der Schwangerschaft kann die Rötelnimpfung leider nicht nachgeholt, da es sich um einen Lebensimpfstoff handelt, dessen Folgen für das Ungeborene nicht absehbar sind.
  • Der Test fällt positiv aus: es sind Antikörper vorhanden und ein ausreichender Schutz ist in den meisten Fällen gegeben.

Positiver Röteln-Antikörpertest

Neben der Auskunft „negativ“ oder „positiv“ gibt euer Mutterpass Auskunft über den sog. Titerwert und/oder über die Konzentration der beiden Röteln-Antikörper Typen IgG und IgM. Über beide Werte werden Rückschlüsse über den Grad der Immunität gegen Röteln gezogen.

Was dir der Titerwert verrät

Beim sog. Titerwert handelt es sich um den Antikörper-Gehalt im Blut. Liegt dieser Wert bei 1:32 oder höher (1:64, 1:128 etc.) bedeutet ist, dass die Mutter ausreichend Antikörper im Blut hat und eine Immunität gegen den Rötelnvirus gegeben ist. Liegt der Wert hingegen bei 1:16 oder niedriger sollte der Kontakt mit Rötelninfizierten gemieden werden.

Die Röteln-Antikörper Typen IgM und IgG

Eine weitere Messmethode, die die Bestimmung des Titerwertes teilweise abgelöst hat, ist die Bestimmung der Konzentration der Röteln-Antikörper Typen IgG und IgM. Auch hierüber kann festgestellt werden, inwieweit eine Immunität gegeben ist bzw. ob aktuell eine Röteln-Infektion vorliegt.

Die IgM-Antikörper werden direkt im Anschluss an die Infektion vom Körper gebildet. Fällt der Test auf IgM-Antikörper positiv aus, liegt in vielen Fällen zum Zeitpunkt der Blutuntersuchung eine Infektion vor. Aber auch bei einem negativen Testergebnis kann eine akute Infektion nicht ausgeschlossen werden, da der Antikörpergehalt erst mit einer zeitlichen Verzögerung zur Infektion ansteigt und daher nicht sofort nachgewiesen werden kann. Im Zweifelsfall folgen weitere Tests.

Der Röteln-Antikörper IgG

Dieser zweite Typ von Antikörpern, den ihr als IgG im Mutterpass findet, bildet sich einige Wochen nach der Infektion. Die IgG-Antikörper werden fortan allen Röteln-Viren, mit denen sie in Kontakt kommen, erfolgreich den Kampf ansagen.

Bei einem Wert von 12 IU/ml und höher sind ausreichend Antikörper vorhanden, sodass von einer Immunität ausgegangen werden kann.

Röteln in der Schwangerschaft

Besonders gefährlich für das Ungeborene ist eine Infektion der Mutter mit dem Röteln-Virus während der ersten vier Schwangerschaftsmonate. Hier kommt es in vielen Fällen zu Folgeschäden, Fehl- oder Frühgeburten.

Wird eine akute Infektion der Schwangeren diagnostiziert, kann über verschiedene Tests festgestellt werden, ob der Virus auf das Ungeborene übertragen worden ist. Wird eine Infektion bei der Mutter festgestellt, werden ihr umgehend Antikörper gespritzt. Sollte das Ungeborene jedoch bereits infiziert sein, gibt es aktuell keine Therapieformen, die das Baby vor Folgeschäden bewahren könnten.

Der sicherste Weg also um sein Ungeborenes vor dem Röteln-Virus zu schützen ist, bereits mit beginnendem Kinderwunsch zu überprüfen, ob eine Immunität, entweder durch eine eigene Erkrankung oder durch einen zweifachen Impfschutz, gegeben ist. Wenn nicht, sollte spätestens zu diesem Zeitpunkt, die Zweifach-Impfung nachgeholt werden.

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