LSF, die richtige Kleidung und vor allem viel Schatten an heißen Frühlings- und Sommertagen; das ist der beste Schutz für unsere Kinder. Was ihr über Sonne, Sonnenschutz und empfindliche Kinderhaut wissen solltet, findet ihr in diesem Beitrag.

Sensible Baby- und Kinderhaut

Das Außenthermometer klettert erstmals auf über 25 Grad. Die Picknicktasche ist gepackt, Baby und Geschwisterkinder im Auto geht es zum See oder Freibad. Ein perfekter Tag: die Sonne strahlt und doch weht eine leichte Brise Wind. Ab und an versteckt sich der gelbe Feuerball hinter einem Meer aus Schäfchenwolken.

Sonnencreme, ja oder nein? Viele Eltern sind unsicher, ob Sonnencreme notwendig ist, oder ob es erst einmal auch ohne geht. Ist es vielleicht sogar ganz gut, die zarte Kinderhaut langsam ohne viel Sonnencreme auf die heißen Sommermonate vorzubereiten? Oft hat man auch selbst eine Abneigung gegen Sonnencremes, weil man allergisch darauf reagiert oder an die natürlichen Schutzmechanismen der Haut glaubt.

Ich selbst bin, aus besagten Gründen, keine Liebhaberin von Sonnencremes. Aber ich zähle zu den hellen Hauttypen, die bevor sie braun werden, erst einmal einen Sonnenbrand bekommen. Und man weiß, wie sensible Baby- und Kinderhaut ist und welche Langzeitschäden ein fehlender Schutz im Kleinkindalter haben kann. Hautkrebs geht häufig auf eine zu starke UV-Belastung innerhalb der ersten Lebensjahre zurück. Wenn man auch bei sich selbst manchmal etwas unvorsichtig ist, bei unseren Kindern sollten wir es nicht sein.

Baby- und Kinderhaut verfügt über keinen ausgereiften UV Eigenschutz und MUSS daher geschützt werden, sei es durch Kleidung, Sonnencremes, oder adäquate Spielmöglichkeiten auf UV-geschützten Schattenplätzen.

Einfache Tipps, um Baby und Kleinkind vor der Sonne zu schützen

„Slip, slop, slap, seek shadow and slide!“ So singt die kleine Seemöwe in dem Jingle, der australische Kinder vor einem erhöhten Hautkrebs-Risiko schützen soll.

„Zieh dir ein T-Shirt über [Slip], gib Sonnencreme auf deine Haut [Slop], setze einen Sonnenhut auf [Slap], suche den Schatten [Seek shadow] und schütze deine Augen mit einer Sonnenbrille [Slide].“

Diese weitverbreitete Botschaft wurde vom Cancer Council Australia ins Leben gerufen. Seit 1980 animiert die Seemöwe Eltern und Kinder, für einen entsprechenden Sonnenschutz zu sorgen.

„Zieh dir ein T-Shirt über [Slip]“

Ein effektiver Schutz gegen ein Zuviel an UV-Strahlung ist Kleidung. Leichte Baumwollkleidung: Langarmshirt, Hose und geschlossene Schuhe.

Insbesondere für Babys unter einem Jahr sollten niemals unbekleidet der prallen Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden.

Doch auch für Kleinkinder empfiehlt sich leichte Kleidung beim Spielen in der Sonne und im Schatten.

„Gib Sonnencreme auf deine Haut [Slop]“

Bei Babys sollte weitestgehend auf Sonnencreme verzichtet werden. Dies bedeutet aber zugleich, dass die entsprechende Körperbedeckung den kleinen Körper rundum vor den UV-Strahlen schützen muss.

Einzig bei Strandbesuchen in Äquatornähe – hier ist die Sonneneinstrahlung stärker -, beim Plantschen unter der Sonne oder bei Winterspaziergängen sollte ein wenig Sonnencreme für Hände und Gesicht verwendet werden.

Bei Kleinkindern ist darauf zu achten, dass der Lichtschutzfaktor (LSF) nicht ausgereizt wird. Der LSF verlängert die Eigenschutzzeit um den angegebenen Faktor. Bei LSF 15 wird die Haut eines Kindes bei einem Eigenschutz von 5 Min. um den Faktor 15 verlängert. Theoretisch könnte das Kind also 75 Min. in der Sonne verweilen. Empfohlen wird jedoch, nach spätestens 50 Min. den Schatten aufzusuchen.

Was bei der Sonnencreme zu beachten ist

Eine gute Sonnencreme sollte über einen UVB und UVA Filter verfügen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen chemischen und mineralischen Sonnenfiltern, die letztlich die Basis für den LSF schaffen. Empfohlen werden mineralische Filter wie Titanium Dioxide und Zinc Oxide.

Die richtige Sonnencreme für Kinder sollte hypoallergen und parfümfrei sein, frei von Konservierungsstoffen und Farbstoffen. Auch wenn es nicht ins Wasser geht, ist eine wasserfeste Creme vorzuziehen, da Kinder beim herumtoben schwitzen und dadurch der Sonnenschutz nicht mehr vollends gewährleistet werden kann.

Bei der Anwendung ist zu beachten, dass gut alle 2 Stunden nachgecremt werden sollte und das Kind nach dem Plantschen gut abgetrocknet wird. Denn die Wasserkristalle ruhen wie Brennglas auf der Haut.

Wasserfeste Sonnencreme sollte übrigens immer verwendet werden, ob im Wasser gespielt wird oder nicht. Kinder bewegen sich viel und schwitzen.

„Setze einen Sonnenhut auf [Slap]“

Sehr wichtig ist die richtige Kopfbedeckung. Am besten eignen sich leichte Sonnenhüte, die Gesicht und Nacken vor der Sonne schützen.

„Suche den Schatten [Seek shadow]“

Und hier die mitunter wichtige Message des Jingle aus Australien: im Schatten bleiben. Auch im Schatten ist man nicht vor den UV-Strahlen geschützt. Auch hier braucht die Haut Schutz, doch ist die Einstrahlung bei weitem nicht so intensiv wie unter der prallen Sonne.

Zwischen 11 und 13 Uhr steht die Sonne im Zenit, hier sollte das Spielen im Freien komplett gemieden werden. Denn in dieser Zeitspanne ist die Strahlung dreimal so hoch wie am restlichen Tag.

„Schütze deine Augen mit einer Sonnenbrille [Slide]“

Kleine Kinder haben größere Pubillen und hellere Linsen als Erwachsene. Deshalb gelangen mehr UV-Strahlen ins Innere des Auges. Dies wiederum kann zur einer Schädigung der Netzhaut führen. Darum empfiehlt die kleine Seemöwe schon kleinen Kinder eine Sonnenbrille.

Der richtige Sonnenschutz für Baby und Kleinkind

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