Eine natürliche Geburt ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr, wirft man auf einen Blick auf die hohen Kaiserschnittraten. Doula Mika Kienberger leistet einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft, indem sie werdende Eltern gezielt auf eine natürliche Geburt vorbereitet und sie während des gesamten Geburtsvorgangs als „beste Freundin“ begleitet.

Eine natürliche Geburt ist nach wie vor für die meisten Frauen eine Wunschgeburt. Und unter Wunschgeburt findet man die erfahrene Geburtsbegleiterin Mika auch im Internet. Welche Wege einer guten Geburtsvorbereitung die erfahrene Doula anbietet und wie sie werdende Mütter und Väter bis ins Wochenbett hinein begleitet, erklärt sie auf ihrer schönen Website: www.wunschgeburt.de.

Wir wollten Mika noch besser kennenlernen und haben ihr Fragen zu ihrem Werdegang und insbesondere zu ihrer Arbeit als Doula gestellt. Lest selbst.

Doula Mika Kienberger im Interview

1. Mika, du bist gelernte Krankenschwester. Wie kam es, dass du dich nach der Geburt deiner beiden Kinder für die Ausbildung zur Doula entschieden hast?

Schwangerschaft und Geburt haben mich als Themen immer schon fasziniert. Es ist ein großes Mysterium, denn auch wenn wir viel über Schwangerschaft und Geburt im Allgemeinen wissen, so ist doch jede in sich sehr einzigartig. Das ist mir vor allem mit meinem zweiten Kind sehr bewusst geworden. Ich wollte noch mehr darüber wissen und vor allem etwas TUN und andere an meinem Wissen teilhaben lassen. Dann fand ich zufällig einen Artikel über die Arbeit von Doulas und habe mich auf den Weg gemacht selbst eine zu werden. Außerdem wollte ich nicht mehr im familienunfreundlichen Schichtdienst mit Wochenenden und Feiertagen arbeiten. Meine Familie ist mir wichtig. Also Doula kann ich mir meine Arbeit weitgehend einteilen, auch wenn ich nie weiß, wann eine Geburt beginnt oder wie lange sie dauert.

2. Wenn man dich sprechen hört, spürt man sofort, dass du deine Tätigkeit als Doula nicht nur liebst sondern auch lebst. Was ist es, dass dich an deiner Arbeit so fasziniert?

Es ist die Einzigartigkeit jeder Frau und jeder Geburt. Ich darf einen Weg mit den Frauen gehen, sie im Übergang von „Frau“ zur Mutter begleiten. Dafür bin ich sehr dankbar, denn das verlangt großes Vertrauen, ein sich Einlassen auf das was kommen mag, auf einander. Ich schätze die Individualität und habe vor jeder Geburt und jeder Frau großen Respekt. Das ist in unserer heutigen Gesellschaft nicht mehr selbstverständlich. Leider. Die Individualität und die Bedürfnisse der werdenden Mütter gehen unter. Zunehmend seitdem die Hebammen weniger werden. Das heißt nicht, dass Doulas eine Lücke in der Versorgung der Frauen durch Hebammen schließen. Viel mehr bin ich eine Ergänzung, ein Back-Up, eine Freundin für diese Zeit.

3. Geburtsbegleitung ist mehr als die bloße Präsenz während des Geburtsvorgangs. Was genau macht eine gute Geburtsbegleitung für dich aus?

Vertrauen. Das Vertrauen der Frauen in sich und ihre Fähigkeiten Mütter zu werden. Vertrauen als Paar, diese Zeit gut zu überstehen. Das zu stärken, lässt die Familien wachsen und ich hoffe immer, diesen Samen mit meiner Arbeit zu pflanzen und zu nähren. Es fängt schon in der Schwangerschaft an, die ersten Termine, das Kennenlernen, sich auf einander zuzubewegen und die werdenden Eltern auf einen neuen Lebensabschnitt „vorzubereiten“. Dann kommt die Geburt, ein großes Ereignis im Leben, mit ungeahnten Höhen und Tiefen. Dabei zu sein, bedeutet auch viel Kraft, Liebe, Verständnis und all meine Erfahrung und Vertrauen in den Prozess zu geben. Ich besuche die junge Familie auch nach der Geburt und trage Sorge dafür, dass alle das Erlebnis gut verarbeitet wird.

4. Du hast eine sehr schöne Website und ein vielfältiges Kursangebot. Dabei richtest du dich in erster Linie an werdende Mütter, aber auch an die Väter. Geburtsbegleitung für Väter, was dürfen wir uns darunter vorstellen?

Väter sind heute mehr oder weniger in der Pflicht, ihre Frau bei der Geburt zu unterstützen, ihr beizustehen und da zu sein. Das ist eine große Aufgabe und ich weiß, dass nicht jeder Mann sich das alleine zutraut. Männer sind einerseits außen vor und andererseits wird von ihnen erwartet alles zu stemmen. Dabei wird vergessen, dass Vater werden auch ein Prozess ist und die Geburt für Männer ein ebenso großes Ereignis ist, wie für die Frauen. Männer werden nicht gefragt, ob sie dem gewachsen sind und wenige trauen sich, offen zuzugeben, dass sie Unterstützung brauchen. Da bin ich eine Entlastung für die Männer. Ich sorge auch für sie, erkläre und nehme ihnen die große Verantwortung ein wenig ab. Das heißt nicht, dass ich sie bevormunde oder es ihnen nicht zutraue, im Gegenteil. Ich glaube, dass sie viel wichtiger sind als ich, aber auch Unterstützung brauchen. Wie wir alle. Ich gebe ihnen die Stärke, „Werkzeuge“ und das nötige Wissen um ihre Partnerinnen gut zu begleiten.

5. In vielen Ländern, wie den USA, Israel, England und Holland, ist die Geburtsbegleitung durch eine Doula Gang und Gebe. Man kennt sie, schätzt sie und sie stellt einen unerlässlichen Bestandteil während Schwangerschaft  und Geburt dar. Warum glaubst du, dass die Nachfrage nach erfahrenden Doulas auch in Deutschland zunehmend an Bedeutung gewinnen wird?

Ich weiß nicht, ob es bei uns eine so große Anerkennung finden wird wie in anderen Ländern. Aber um Anerkennung geht es ja nicht. Es geht um gute Geburtsarbeit, zufriedene Frauen und glückliche Eltern. Immer mehr Frauen und Paare möchten auch individuell begleitet werden und es wird wieder wichtiger, die Geburt als das zu sehen was sie ist: Natürlich. Ein Prozess der Veränderung. Dazu tragen Doulas durch die konstante Begleitung erheblich bei. Das zeigen Studien. Eltern werden auch mehr und mehr bewusster, was das Thema Geburt angeht. Sie suchen nach Wegen um natürlich ihr Kind auf die Welt zu bringen und finden den Weg zu Doulas.

Vielen Dank für das schöne Interview, liebe Mika. Es ist schön, dass es Frauen wie dich gibt und jeder, der schon einmal in den Genuss einer Doula-Geburtsbegleitung gekommen ist, wird gerne bezeugen, wie wertvoll die Arbeit ist, die du leistest.

Ihr wollt gerne mehr über die Aufgaben einer Doula erfahren oder Mika einfach einmal ganz unverbindlich kennenlernen, dann schreibt ihr doch unter mail@wunschgeburt.de. Ich bin sicher, sie wird euch eure Fragen jederzeit gerne beantworten.

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