Wie angekündigt hier ein zweiter Beitrag zum Thema „Erste Hilfe fürs Baby“. In diesem Beitrag wollen wir uns Unfälle ohne Bewusstseinsverlust, wie Verbrennungen, Platzwunden u.Ä., sowie die entsprechenden Maßnahmen ansehen.

Erste Hilfe Maßnahmen bei Unfällen ohne Bewusstseinsverlust

Verbrühungen und Verbrennungen

Wenn Baby einen heißen Topf von der Herdplatte zieht oder die Teetasse vom Wohnzimmertisch, sollte es sofort komplett ausgezogen werden. Auch die Windel muss unbedingt runter, da sich gerade hier das heiße Wasser sammelt.

Als nächsten Schritt das nackte Baby unter kühles Wasser (ca. 20 Grad Celsius) halten und zwar werden hier 2 Minuten empfohlen; nicht länger, damit der kleine Körper nicht auskühlt. Das sollte bei schneller Reaktion verhindern, dass zu viele Hautpartien verletzt werden.

Wichtig zu wissen, ernsthafte Verbrühungen treten nicht erst bei einer Wassertemperatur von 100 Grad Celsius, sondern bereits bei 50 Grad Celsius auf.

Bei Verbrennungen, die nicht durch heiße Flüssigkeiten hervorgerufen wurden, die betroffenen Stelle kühlen – am besten mit feuchten Tüchern – und warten bis der Notarzt kommt.

Verschlucken

Hat Baby bsp. ein größeres Stück Breze im Mund, das seine Atemwege blockiert, darf man dieses vorsichtig mit den Fingern entfernen, solange man es deutlich sieht. Niemals blindlings in den Mund greifen und nach Essensresten suchen, denn dadurch kann der Mund- und Rachenraum böse verletzt werden.

Andernfalls legt man Babys (unter einem Jahr) mit dem Kopf nach unten und den Beinchen nach oben auf den eigenen Unterarm, der Babys Brust stützt. Mit der freien Hand schlägt man nun mehrmals kräftig zwischen die beiden Schulterblätter. Diesen Vorgang bei Bedarf wiederholen.

Bei Kleinkindern (ab einem Jahr) setzt ihr euch am besten hin und legt das Kind mit dem Gesicht nach unten über eure Knie. Auch hier mehrmals kräftig zwischen die Schulterblätter schlagen, bis sich die Blockierung löst.

Achtung! Der sog. Heimlich-Handgriff, bei dem man das Baby von hinten her umfasst und durch eine ruckartige Bewegung Druck auf die Lunge ausübt, mit dem Ziel, den Fremdkörper aus der Luftröhre zu befördern, ist sehr mit Vorsicht zu genießen. Dabei kann es zu schwerwiegenden körperlichen Verletzungen kommen.

Vergiftung

Mit Vergiftungen ist nicht zu spaßen. Gerade diesen Herbst, wo die Pilze aufgrund des feuchten Klimas zu Hauf aus dem Boden sprießen, häufen sich lebensbedrohliche Vergiftungen. Denn gerade die harmlos erscheinenden Pilze sind teils sehr sehr gefährlich.

Im Haushalt hingegen sollten sämtliche toxische Mittel sicher weggesperrt sein.

Was Pril, Shampoos etc. angeht, hat sich die letzten Jahrzehnte so einiges zum Vorteil von neugierigen Babys und Kleinkindern getan. Wenn Pril früher noch lustig schäumte und sich daraus herrliche Seifenblasen machen ließen, so ist damit heute Schluss. Zu groß war die Gefahr für unsere Kleinen, die nicht selten schäumend ins Krankenhaus eingeliefert wurden.

Und Haarshampoos, wenn sie auch gut riechen mögen, enthalten mittlerweile Bitterstoffe, die sie schnell ungenießbar werden lassen. Babys und Kleinkinder werden sich daher sicherlich nicht regelmäßig daran vergreifen.

Wesentlich gefährlicher sind offene Tablettenschachteln, die schnell achtlos im Nachttisch landen oder an ähnlichen, für Babys erreichbaren Stellen, zu finden sind. Erwischt man sein Baby beim Vernaschen von Tabletten ist zunächst festzustellen, ob es sich irgendwie anders verhält als normal. Ist dem so, ist umgehend der Notruf unter 112 zu informieren.

Ist jedoch keinerlei Verhaltensänderung zu erkennen und handelte es sich bei den Tabletten bsp. um pflanzliche/homöopathische Präparate kann auch erst einmal die Vergiftungshotline (19240 unter Verwendung der lokalen Vorwahl; bsp. 089 für München) angerufen werden. Kompetentes Personal wird euch hier zu weiteren Schritten raten.

Stromschlag

Eine weitere Gefahrenquelle ist die Steckdose. Zwar wird man wohl immer darauf achten, dass alle erreichbaren Steckdosen gesichert sind, doch kann es doch passieren, dass Baby auf eine offene Stromquelle trifft.

Tipp war es hier, sich einfach einmal in jedem Zimmer auf den Boden zu legen und sich rundherum umzusehen. Denn aus Baby-Perspektive entdeckt man vielleicht doch noch vergessene Steckdosen, die der Vogelperspektive entgehen.

Bekommt Baby trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einen Stromschlag muss es umgehend ins Krankenhaus gebracht werden. Warum? Auch wenn zunächst keine Folgeerscheinungen zu erkennen sind, bis zu 36 Stunden nach dem Stromschlag kann es zu einem tötlichen Herzflimmern kommen. Daher muss Baby über EKG in dieser kritischen Zeit beobachtet werden.

Platzwunde

Baby läuft in seinem Übermut gegen den Türstock, donnert gegen einen offenen Schubladen und augenblicklich blutet es, scheinbar ohne Unterlass.

Dann handelt es sich wahrscheinlich um eine Platzwunde. Platzwunden sind nicht weiter gefährlich, aber sie erschrecken Baby und auch die Eltern ganz fürchterlich, weil für kurze Zeit sehr viel Blut zu fließen scheint.

Hier heißt es ganz schnell die Wunde abdrücken, denn nach ca. 2 Minuten stoppt die Blutung im Normalfall von selbst. Die Wunde sollte im Anschluss genäht werden, also auch hier ist ein Krankenhausbesuch nicht zu umgehen.

Wichtig! Man sollte immer einen gut ausgestatteten Verbandkasten griffbereit haben. Mit einen Wundverband lässt sich schnell ein Kopfverband zaubern, der Mama und Baby den ersten Schreck nimmt. Und immer darauf achten, dass das Verbandzubehör noch steril ist. Pflaster und Mullbinden, die abgelaufen sind, sollten allenfalls noch für die Kuscheltier-Apotheke genutzt werden.

Und zum Abschluss noch eine schöne Übersicht rund um den Kinder bzw. Baby Notruf:

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