1, 2, 3, 4 Jahre sind vergangen, seit wir am 23.8.12 bei der Notarin unsere Gründungsurkunde unterschrieben. Warum ich immer noch glaube, dass wir mit Mama Ocllo einen wichtigen Beitrag leisten? Hier ein paar Gedanken dazu.

El Dorado 4-jaehriges Jubilaeum

El Dorado, Amazonen und Zyklopen

Einst begaben sich heimatlose, abenteuerlustige Schatzsucher auf die beschwerliche Reise über den Atlantik nach Westindien, dem heutigen Lateinamerika. Vergeblich suchten sie nach fantastischen Gestalten, die sie aus den griechischen Mythen kannten und glaubten, in den unbekannten Ländereien zu finden. So träumten sie von liebeslustigen Amazonen und dem sagenhaften El Dorado.

Und es blieben Träume! Anstatt auf heißblütige Regenwaldbewohnerinnen zu treffen, begegneten sie Hunger und Durst, liefen sie Menschen über den Weg, deren Sprache sie nicht sprechen konnten und deren Bräuche sie nicht verstanden. Von El Dorado versprachen sie sich unermessliche Reichtümer, darunter Unmengen an Gold und Silber, das die spanischen Invasoren als Lösegeld für den letzten Inka Herrscher Atahualpa gefordert hatten.

Alles Mythen oder einfach kein Glück gehabt? Wie dem auch sei, fest steht, dass der Traum vom großen Reichtum und Ruhm vieler Männer wie eine Seifenblase zerplatzte und so mancher letztlich mit leeren Händen wieder im Heimathafen einlief.

Aus Liebe zu Mensch und Natur

Als ich im Jahr 2007 zum ersten Mal peruanischen Boden betrat, hatte ich kaum Erwartungen. Mein Ziel war es damals Auslandserfahrung zu sammeln und meine Spanischkenntnisse zu verbessern. Ich suchte nichts und doch fand ich mich selbst, meinen heutigen Mann und Partner und nicht zuletzt Mama Ocllo.

Sind es nicht oft zu hohe Erwartungen, die uns das Leben erschweren, weil sie in der Realität auf nicht ausreichend Zuspruch stoßen?

Ohne danach zu suchen, ohne Erwartungen an meine Auslandserfahrung zu stellen, habe ich mein El Dorado gefunden. Und auch heute, 4 Jahre nach der Gründung von Mama Ocllo bin ich mehr denn je davon überzeugt, dass zu strenge Zielvorgaben und damit Erwartungen den Fluss des Lebens hemmen statt ihn in Bewegung zu setzen, und dies gilt privat wie auch beruflich.

Mit Mama Ocllo verfolgen wir eine klare Vision. Wir wollen Babys glücklich machen und unseren Teil zur sozioökonomischen Entwicklung in Peru beitragen. Um aus dieser Vision Wirklichkeit werden zu lassen, ist unser gesamtes Konzept auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Vom Material angefangen, über die Produktionsbedingungen, bis hin zum fertigen Produkt. Dabei achten wir stets auf Werte wie Fairness und Gesundheit, und dies für Mensch und Natur.

Wir stecken unser gesamtes Herzblut in unsere Produkte und wünschen uns, dass ihr das Besondere an ihnen erkennt, sie genauso lieben lernt, wie wir das tun. Das ist unser Wunsch, nicht jedoch unsere Erwartungshaltung. Schließlich wissen wir, dass Geschmäcker verschieden sind und auch die Wertigkeit eines Produktes von jedem Einzelnen ganz individuell bestimmt wird.

Kurzum, unsere Produkte entstehen aus Liebe zu unserem Produktionsland, zu unserer seidenweichen Baumwolle, zum Baby und nicht zuletzt zur Umwelt. Diese Liebe ist es, die uns antreibt und uns träumen lässt.

Unser El Dorado: Peruanische Pima und Inka Baumwolle

Auf der Suche nach dem sagenumwobenen El Dorado haben die europäischen Neuankömmlinge einen Scherbenhaufen hinterlassen. Heute haben wir die Möglichkeit, diesem schönen Land, das erst durch „uns“ zum Entwicklungsland wurde, etwas zurückzugeben, indem wir seinen Reichtum würdigen und respektvoll damit umgehen.

Pima Baumwolle | Die Königin aller Baumwollarten

Pima Baumwolle ist einer dieser Reichtümer. Die seidenweichen Naturfasern sind in ihrer Art einzigartig und damit auch teuer. Teure Ressourcen wiederum sind für die peruanischen Bauern wertvoll. Und letztlich sind es Kostbarkeiten wie peruanische Pima Baumwolle, die attraktive Alternativen zum Coca-Anbau schaffen.

Die Drogenmafia hält den Anbau der grünen Blätter, aus denen das Rauschgift Kokain gewonnen wird, am Laufen. Das Coca-Blatt bringt Geld und dient daher vielen Bauern als wichtige Einnahmequelle zur Ernährung ihrer Familien. Glücklicherweise gibt es immer mehr Projekte und Initiativen, die den Anbau von Rohstoffen wie Baumwolle, Kaffee und Cacao fördern, und dies zumeist auf bio-zertifizierten Flächen.

Der Weg hin zum ökologischen Landbau ist ein erster Schritt in Richtung respektvoller Umgang mit Natur und Mensch; schadstofffreier Anbau und die daraus resultierenden Fasern tun unserer Haut gut und bewahren das natürliche Gleichgewicht der Natur.

Ein weiterer Schritt wäre es, im Herkunftsland der Baumwolle selbst die Fasern weiterverarbeiten zu lassen. Denn das meiste Geld wird nicht beim Anbau, sondern in den darauf folgenden Schritten der Produktionskette generiert. Verbleibt dieser Mehrwert in Peru, so kann das Land auf lange Sicht daran wachsen. Mit Mama Ocllo haben wir uns für diesen Weg entschieden!

Bunte Inka Baumwolle

Den Reichtum eines Landes würdigen bedeutet auch, das Land und seine Menschen als Ganzes wertzuschätzen. Jedes Land definiert sich neben der gegenwärtigen Gesellschaftsstruktur und Wirtschaftslage auch über seine Geschichte.

Mit Stolz blicken die Peruaner auf ihre inkaische Vergangenheit zurück. In der Schule lernen sie den Ursprungsmythos kennen, wonach Mama Ocllo und Manco Capac den Grundstein für das Inkareich legten. Jedes Jahr wird in Cusco, dem Zentrum des damaligen Großreiches, mit dem Inti Raymi (Sonnenfest) dem Sonnengott Inti gedacht. Die Menschen kleiden sich in inkaischer Manier und spielen überlieferte Ereignisse ihrer Vorfahren nach. Für ein Land wie Peru, das sich lange Zeit der Kolonialmacht Spanien unterwerfen musste und dessen Bräuche und Gepflogenheiten systematisch zerstört werden sollten, ist es besonders wichtig, die eigene Geschichte zu rekonstruieren.

Auch im 20. Jahrhundert versuchten moderne Schatzsuchende, man kennt sie als Archäologen und/oder Ethnologen, in den noch kaum erkundeten Regionen des Landes ihr Glück; zu viele rätselhafte Botschaften fand man in den überlieferten Quellen, zu viele unwegsame Gebiete versprachen verborgene Schätze.

Im Jahr 1971 stieß der nordamerikanische Ethnologe James Vreeland während seiner Feldforschung auf farbig pigmentierte Textilien aus Zeiten der Inka-Kultur. Im Amazonasgebiet Peru´s entdeckte er schließlich wild wachsende Baumwollsträucher natürlich farbig wachsender Fasern. Vreeland ist es zu verdanken, dass die bunte Inka Baumwolle mittlerweile in verschiedenen Erdteilen angepflanzt wird und insbesondere hautsensiblen Menschen fröhliche Kleidung ohne jeglichen Zusatz synthetischer Stoffe schenkt.

Für Peru bedeutet die Wiederentdeckung der kostbaren Naturfasern zum einen eine weitere Einnahmequelle, zum anderen die Wiederbelebung vergessen geglaubter Kostbarkeiten. Unter spanischer Herrschaft mussten die bunten Fasern rein weißen weichen, wie so vieles Andere, das in zu enger Verbindung mit Bräuchen, Traditionen und dem kulturellen Erben der eroberten Ethnien stand.

Wir sind glücklich, mit den herrlichen Fasern der Inka Baumwolle arbeiten zu dürfen, damit schaffen wir nicht nur hübsche, naturbelassene Babykleidung sondern tragen auch dazu bei, ein beinahe vergessen geglaubtes, kulturelles Erbe Peru´s zu bewahren.

Danke für euer Vertrauen und eure Treue

Mit und durch euch dürfen wir unsere Vision leben, indem wir mit unseren Produkten zum Wohlbefinden eurer Babys beitragen und gleichzeitig einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung in unserem Produktionsland Peru leisten.

Ein herzliches Dankeschön dafür, dass ihr an unserer Seite seid, uns Feedback gebt, uns weiterempfehlt und uns auf unserem manchmal steinigen Weg begleitet!

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