Die INNATEX ist die wichtigste Fachmesse im Bereich nachhaltige Textilien. Sie findet zweimal im Jahr in Wallau, nahe Wiesbaden statt und bietet eine auf 3 Hallen verteilte Plattform für Aussteller und Einkäufer aus aller Welt.

Besuch der INNATEX 2013

Am 25.1. machten Gustavo und ich uns auf die 5-stündige Reise nach Wiesbaden, von wo aus wir einen Tag später die InNaTex besuchen würden. Ziel sollte die Suche nach neuen peruanischen Produzenten, interessanten Naturmaterialien und Webtechniken sein. Dies gelang uns auch, doch noch mehr, wir verließen die Fachmesse mit vielen neuen Ideen für unsere nächste Kollektion und konnten uns am Sonntag zufrieden auf die Heimreise machen.

Peruanische Aussteller

Dass Peru und Textilien aus den Andenstaaten einen immer höheren Stellenwert und Bekanntheitsgrad in der europäischen Modebranche einnehmen, zeigte die Anzahl peruanischer Aussteller und deutscher Modemarken, die Materialien aus Peru beziehen. Der Anteil von Repräsentanten anderer südamerikanischer Staaten war vergleichsweise gering, wobei Bolivien mit seiner Alpakawolle noch die größte Rolle einnahm, gefolgt von Kolumbien mit Schmuckstücken aus Tagua (Mama Ocllo nutzt Knöpfe aus Tagua).

Alpaka-Wolle

Schwerpunkt der peruanischen Aussteller lag ganz klar auf der edlen Wolle andiner Alpakas, einer in den Bergen beheimateten Art domestizierter Kamele. Alpakawolle hat sich schon lange einen Namen als hochwertiges Material für luxuriöse Kleidungsstücke, v.a. in der Damen- und Herrenbekleidung, gemacht. Seltener findet man Babybekleidung aus Alpaka, wenn auch eine deutliche steigende Tendenz zu erkennen ist.

Besonders interessant für uns, und unsere Eigenmarke Mama Ocllo, ist mit Naturfarben gefärbte Alpakawolle. So werden beispielsweise wunderschöne Rot-, Orange- und Rosetöne aus der weißer Schildlaus gewonnen.

Cochinilla | Natürlich rote Textilfarbe

Die Cochinilla, wie dieser Parasit auch genannt wird, setzt sich auf den Blättern des Feigenkaktus, der Tuna, fest und lebt von dem Saft der Kakteen. Erst im Frühjahr 2012 haben wir Gustavos Großvater besucht, der südlich von Lima vor einigen Jahren mit dem Anbau von Mangos und Tuna und damit Cochinilla begonnen hat. Aus der Schildlaus wird der wasserlösliche, gesundheitlich unbedenkliche, Farbstoff Karminrot gewonnen, der in Peru auf eine lange Tradition zurückblickt. Die ca. 20 verschiedenen Farbtöne, die sich daraus gewinnen lassen, werden für das Färben von Lebensmitteln (Jogurts, Gummibärchen), Kosmetika (Lippenstifte) und Textilien verwendet. Laut aktueller Statistiken ist Peru Exportland Nr. 1 des natürlichen Farbstoffes (weitere Infos zur Cochinilla/Cochenille bei seilnacht.com)

Mit pflanzlichen und tierischen Naturfarben kann eine harmonische Farbpalette erzeugt werden, die zu einer schadstofffreien Faserfärbung führt. Als Option für unsere Bio Pima- und Tangüis-Baumwolle kommen natürliche Farben leider nicht in Frage, da die gewünschte Haftung auf pflanzlichen Fasern, wenn überhaupt, nur durch Hinzunahme von chemischen Lösungsmitteln erreicht werden kann. Anders verhält sich dies bei tierischen Fasern, die auch bei häufigen Waschgängen keinerlei farbliche Einbußen erkennen lassen.

Alpaka-Babykleidung?

Da Alpakawolle so schön kuschelig ist und Peru im Besitz des KnowHows sowie der weltweit besten Maschinen für Weiterverarbeitung dieser wertvollen Wolle ist, ließe sich unser Baumwollsortiment früher oder später um ein paar ausgewählte Kleidungsstücke und/oder Accessoires ergänzen. Bevor wir uns jedoch auf die ernsthafte Suche nach erfahrenen Produzenten im Bereich Babykleidung begeben, möchte wir euch um eure Meinung bitten.

Welche Erfahrung habt ihr mit Baby-Wollprodukten? Welche Kleidungsstücke und/oder Accessoires aus Alpaka würdet ihr euch wünschen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.